KOMMUNISMUS

Diktatur des Proletariats für die Abschaffung der Lohnarbeit

Zentralorgan auf deutsch der Internationalistischen Kommunistischen Gruppe (IKG)


KOMMUNISMUS Nr.2 (Februar 2001):



Leitartikel:

Es lebe der Kommunismus!

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Ein Jahrzehnt trennt uns von den triumphierenden Reden, welche die Bourgeoisie bezüglich der sogenannten "großen Umstürze im Osten" sogenannten Kommunismus, mußte mit genialer Ausgeglichenheit der ganzen Welt prahlen. Die Menschheit wurde in ein neues, gedeihliches Zeitalter, ohne Krieg eintreten... Aber die Utopie einer kapitalistischen Welt ohne Widerspruch hat sich sehr schnell an seiner eigenen Realität gestoßen. Dieselben geschichtlichen Grenzen des Kapitals äußern sich wieder. Das Kapital erreicht nicht seine positiven Konzentrations-, Reichtums-, Friedenspole von seinen unlösbare negativen Wüstenprozess-, Armuts-, Kriegspolen zu trennen. Die Bourgeoisie selbst sieht den Mythos einer ewigen und stoßfreien Entwicklung seines Vermögens von dem sie sich ernährt, zusammenbrechen. Natürlich hat das Elend nicht aufgehört! Der Sturz der Mauer von Berlin und alle Veränderungsversprechungen erscheinen wofür sie wirklich sind: eine Fassadeverputzung (1). Das Kapital sieht seine Widersprüche sich verstärken: Verwertung/Entwertung, Entwicklung/Hindernis der produktiven Kräfte, usw. Der Krieg zwischen Kapitalien wütet immer mehr.

Der Mythos einer Welt ohne Widerspruch verschwindet sogar vor Form genommen zu haben. Auf die Fassadeverputzungen, auf den Walzer der Regierungsmannschaften, die sich in Rhythmus immer mehr zügellos folgen, antworten die Multiplikation der kriegerischen interkapitalistischen Konflikte, die Unmöglichkeit für die Bourgeoisie die Zukunft anders als in einem immer mehr spitzeren Krisetermin zu bestimmen. Die gegen die Wand getriebene Bourgeoisie ist schließlich sehr unfähig den bezüglich des Fortbestandes ihres Systems schrecklichen Zweifel zu verstecken: das Kapital zweifelt plötzlich an seinen Werden.

Die Arbeitgeber, die Syndikalisten, die Regierender, die Kader, die Ideologen, die Wissenschaftler, die Händler, kurz die Gesamtheit der kapitalistischen Geschäftsführer stehen unschlüssig vor der Zukunft. Unfähig das Werden der Welt durch die Aufhebung des Kapitalismus zu erfassen, stößt ihr beschränkter Standpunkt systematisch an die Ziffern ihrer eigenen Anzeichen, die sie zu den Entlassungen, Einschränkungen, Konflikten, Unterdrückungen, usw. zwingen.

Das Schema des Zweifels wird dann das herrschende Schema in der Gesellschaft. Der Kapitalist ist verlegen und zweifelt an allem. An der Zukunft natürlich aber auch an seinen Verbündeten, an der Brauchbarkeit dieser, die ihm zu Befehl stehen, an den Möglichkeiten zu investieren, an seinen eigenen Verwaltungsprogrammen, sowohl an den Wohltaten des Liberalismus als an diesen des Schutzzollsystems... der Zweifel läßt sich in jedem Sektor der Gesellschaft nieder. Auf die Gewißheiten der Jahren der Nachkriegszeiten und des Wiederaufbaues folgen jetzt schwarze Jahre wo Skeptizismus beherrscht. Die kapitalistische Religion verwandelt sich in ein großes Fragezeichen.

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Aber dieses Schema des Zweifels setzt sich als herrschende Ideologie inmitten in der Arbeiterklasse selbst. Den Zweifeln der Bourgeoisie bezüglich der Möglichkeit einer unendlichen Verwertung des Kapitals entspricht der Zweifel bezüglich der unvermeidlichen revolutionären Perspektive des Kampfes des Proletariats, das historisch bestimmt ist, die kapitalistische Gesellschaft zu zerstören und den Kommunismus, endlich menschliche Gesellschaft, zu begründen. Auch innerhalb des Proletariats beherrscht jetzt der Skeptizismus. Das drückt sich mit folgenden Fragen aus: "bilden wir eine Klasse?", "ist es wirklich nützlich sich zu organisieren?", "warum kämpfen?", "unsere vom Feinde veranstaltenen Schlagwörter sind nicht mehr zu erkennen: warum fortsetzen sie zu benutzen?", usw.

Die einigen Klassenorganisationen, die sich gegen den Strom der allgemeinen Resignation zu erhalten versuchen, sind auch nicht verschont. Das Gewicht der wiederholten Anstürmen dieser ganzen defätistischen Ideologie verdirbt sie gleichermaßen, zerstört ihre innere Struktur durch die Notwendigkeit sich falsch wieder in Frage zu stellen. Seht mal in der Welt die Zahl der Streitbroschüren, die dem in Frage wiederstellen, dem Zweifel und der Neuzeit als Achse "in Ansehung des altmodischen Kommunismus" empfehlen, und ihr könnt euch einbilden wie diese Ideologie des Zweifels von allem und überall, inmitten in den organisierten Militanten Verwüstungen anrichten.

Unsere Gruppe steht auch diesem Zeichen der gegenwärtigen Periode gegenüber. So wenn wir in unserer Presse über die gegenwärtigen Kämpfe unserer Klasse berichten, passiert es, daß nahe Freunde selbst unserer Gruppe diesen Zweifel ausdrücken. "Gab es ein proletarische Aufstand im Irak 1991 oder in Albanien 1997? Was beweist uns, daß ihre Quellen und ihre Reden genau sind? Woher erhalten sie diese Informationen?..." Diese unter die Wirkungen des sozialen Friedens unterworfenen Genossen beziehen sich mehr auf die bürgerliche Des-information als auf die von den Genossen der Gegend mitgebrachtenen Materialien und unmittelbaren Aussagen. Das Problem verstärkt sich noch wenn, vom alltäglichen Elend verblendet, zerbricht dieser herrschende Skeptizismus die Solidarität und die gemeinsame Aktion um diesen Kämpfen herum.

Die Proletarier erkennen sich nicht in der Kämpfen anderer Proletarier irgendwo in der Welt wieder. Die Kämpfe treten nicht genug aus der Verteidigung der Fabrik, der Werkstatt, der Stelle... heraus. Der Standpunkt wird nicht nur von der Ideologie der Immediatismus von Lokalismus und Korporatismus bezeichnet, sondern auch teilweise vorhanden ausgedrückt. Jenseits der Wände der Werkstatt, der Fabrik ist es das große schwarze Loch. Die Angst des "was von morgen gemacht wird" ist so, daß jeder den Kopf neigt und nur sein Loch sich selbst zu graben denkt. Einerseits das Hämmern der Darstellung der Hungersnot, des Umherwanderns, der Massenmorden, der Verschmutzung... die Mediendenunziationen der finanziellen Skandalen, der verallgemeinerten Korruption in allen Stufen der Gesellschaft, der "Ungerechtigkeit" der Justiz... machen all diese sehr wirklichen Katastrophen gemein und entwickeln ein schreckliches Gefühl der Ohnmacht. Andererseits der Mangel des klassistischen Unterscheidungszeichens, die Herrschaft des Partikularismus, das Gewicht des Individualismus, der Schrecken, der auf die geringsten Aktionen drückt, der die soziale Übereinstimmung zerbricht und der sich nur ein klein wenig die Methoden des Klassenkampfes wiederaneignet, machen daß die Proletarier sogar im Kämpfen zweifeln, sich auf die internationale und internationalistische Ausdehnung ihres eigenen Kampfes zu berufen. Der Zweifel an allem und an allen macht daß die Proletarier mit Scheuklappen gehen, daß sie in die von all geschichtlicher Perspektive geschnittene Windung des Hier und Jetzt geraten und daß sie ihren Klassenkräften nicht mehr trauen.

Gegenüber der Macht der Ideologie des Zweifels, des Sichzurückziehen auf sich selbst, der Ungewißheit des folgenden Morgens, der Diktatur des Lokalismus, des Partikularismus, gegenüber der Ideologie des Immediatismus, usw., die die Lähmung erzeugen, scheint es uns wichtig die Fahne des Kommunismus höher als jemals aufzustecken. Die Bürger stehlen uns regelmäßig, um sie zu entstellen, unsere Schlagwörter, unsere Fahnen, unsere Terminologie aber sie können sich dem enthaltenen Programm nicht bemächtigen, sie können die Kampfpraxis nicht zerstören denn sie bestätigt die einzige Perspektive die die wirkliche kommunistische Bewegung enthält: die vollständige Zerstörung dieses todkranken kapitalistischen Weltstaates, die revolutionäre Abschaffung der Lohnarbeit, der Klassen und des Wertes.

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In diesen sehr ungünstigen Bedingungen veröffentlichen wir hier, sechs Jahren nach dem Herausgeben der ersten Nummer in deutscher Sprache des "Kommunismus", die zweite. Trotz all diesen Schwierigkeiten worauf unsere kleine Gruppe in der Ausarbeitung dieser Zeitschrift stößt, erscheint es uns unentbehrlich Materialien in deutscher Sprache weiterzuveröffentlichen. Die Aufgaben der Avant-garde übernehmen ist eine Notwendigkeit aber keine Auswahl. Wie oft bleiben die proletarischen Organisationen, sogar isolierte Kämpfer, in den von dem Kapital aufgedrängtenen geographischen Grenzen eingesperrt und respektieren sie also die Grenzen welche das Weltproletariat veruneinigen. Genossen, heute und nicht "später" müssen wir uns geradezu internationalerweise organisieren. Nieder mit allen Grenzen! muß ein Schlagwort werden, das sich in der militanten Realität all unserer Kampfausdrücke einschreibt. Überschreiten wir die Grenzen, die Hindernisse, die Sprach- und Kulturschwierigkeiten... entwickeln wir, organisieren wir, zentralisieren wir unsere Anstrengungen und unsere Kräfte, um die alte Welt abzuschaffen!

Genau in diesem Geist erzeugt die IKG diese in deutsche Sprache Veröffentlichung, die unsere Verweigerung wiederbestätigt, uns nicht nur dem "Jeder zu Hause" zu unterwerfen sondern auch der Ultraimmediatismus und damit die Feindseligkeit sich zu organisieren, was jetzt unsere Klasse verwüstet.

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In dieser Zeitschrift stellen wir fünf Texte vor:

* Mit dem Text "Faschistisch oder antifaschistisch... die Diktatur des Kapitals ist die Demokratie" auf französisch in "Le Communiste" Nr9 (Februar 1981) und auf spanisch in "Comunismo" Nr7 (Juni 1981) erschien, erklären wir deutlich wie die zwei Gesichter der bürgerlichen Polarisation, die faschistische und die antifaschistische konterrevolutionär und ergänzend sind. Heute versucht die Bourgeoisie die Proletarier unter der antifaschistischen Fahne noch einmal wiederzuvereinigen. Diese bürgerliche Polarisation funktioniert noch ausgezeichnet. Deshalb ist es wichtig die historische Position des Proletariats auf diese Frage zu fordern und zu läutern. Dieser Text trägt dazu bei.

* Als Illustration des vorigen Textes folgt ein Flugblatt, das den 1. Mai 1943 von einer Gruppe von "Revolutionären Kommunisten" verbreitet wurde. Eine Einleitung über diese kommunistische Gruppe geht diesem Flugblatt voraus. Als direkter Beitrag auf deutsch wird dieser Text für das erste Mal in unseren zentralen Zeitschriften veröffentlicht. Die kampfmutige Vergangenheit unserer Klasse wiedererlebt zu lassen, erlaubt die Lehre, daß die Kommunisten heute ziehen, um die Kämpfe für morgen vorzubereiten, anzureichen. Wir haben einen großen Respekt vor der Aktivität dieser Genossen, die verfolgt, terrorisiert, isoliert, verbannt wurden, usw., und die den roten Faden der Revolution festzuhalten versucht haben. Die Erkennung des Starkes ihrer Brüche gegen den Zentrismus läßt uns das ganze Gewicht der Niederlage unserer Klasse seit den Kampfjahren der 1917-1923 Welle fühlen.

* Die auf französisch in "Communisme" Nr39 (Oktober 1993) und auf spanisch in "Comunismo" Nr34 (April 1994) erschiene Übersetzung des Textes "Es war einmal ein Strafanstaltprojekt", betrifft eine Information (in Spanien veröffentlicht) über eine in Deutschland ausgeführte Klassenaktion. Die Bourgeoisie verhüllt die Kämpfe, die Widerstände, die Anstrengungen des Proletariats, um sich als revolutionäre Klasse wiederherzustellen und dagegen ist es wichtig sich widerzusetzen. Betreffend die Gruppe, die diese Aktion ausgeführt hat, nämlich die damalige RAF, bringen wir diesen Text in die Klarheit.

* Der auf französisch in "Communisme" Nr38 (April 1993), auf spanisch in "Comunismo" Nr33 (Juli 1993) und auf englisch in "Communism" Nr8 (Juli 1993) erschiene Text "Direkte Aktion und Internationalismus", ebenso wie das März 1993 internationalerweise verbreitete Plakat, erinnern an die März 1991 im Kurdistan aufrührerische Bewegung. Seit diesem Datum, schreiben wir regelmäßig in unseren verschiedenen zentralen Zeitschriften über diesem wichtigen Kampf und wir betonen die Kräfte und die Schwäche einer der zu seltenen aktuellen Ausdrücke des Proletariats.

* Darauf stellen wir vor: "Nach einer Synthese unserer Grundsätze". Diese Synthese ist auf französisch in "Le Communiste" Nr22 (Juni 1985), auf spanisch in "Comunismo" Nr19 (Juni 1985) und auf englisch in "Communism" Nr3 (Mai 1986) erschien und hat eine wichtige Anstrengung verursacht, um unsere programmatischen Positionen zusammenzufassen. Sie ist also ein sehr unvollständiges theoretisches Werkzeug. Wir sind uns der Deutungsgefahren bewußt, daß eine solche Synthese induzieren kann. Dennoch erlaubt sie eine schnelle Gesamtansicht des programmatischen Rahmens, den die IKG verteidigt. Außerdem erinnern wir an das Bestehen unserer programmatischen Orientierungsthesen (auf französisch und auf spanisch in 1989, auf arabisch in 1994, und auf englisch in 1999 veröffentlicht), die eine vielmehr bedeutende Anstrengung vorzeigen, um die revolutionären Positionen zusammenzufassen. Aber nicht mehr unsere Synthese von 1985 als unsere Thesen von 1989 geben eine unveränderliche und reine Bibel wieder. Nein! Das Verständnis, das die Kommunisten betreffend der Bewegung der Abschaffung der Welt des Wertes haben, verfeinert sich unaufhörlich, drückt sich deutlich aus, verstärkt sich... bis neue Revolutionswellen sie zu einer Obersynthese zwingen. Seht die These Nr26 Rückseite.

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Genossen, kämpfen wir gegen die Gleichgültigkeit, die das Kapital uns aufdrängt. Hören wir auf Objekt der Ausbeutung des Kapitals zu sein. Wenn wir kämpfen, droht die Bourgeoisie uns mit noch mehr Elend. Sie erwähnt, daß es uns an Selbstverleugnung, an Dynamismus fehlt, daß unsere Opfer ungenügt sind und um so mehr daß unsere Kämpfe für die Tätigkeitstörung der Gesellschaft verantwortlich sind. Aber die Realität ist umgekehrt. Je weniger kämpfen wir, desto weniger geniert sie sich uns auf dem Altar des Wertes zu opfern. Nehmen wir in den Händen unseres Schicksal wieder und ändern wir die Welt um! Seien wir Subjekt unserer eigenen Geschichte.

Genosse, bleibt nicht passiv gegenüber dieser militanten Anstrengung, die du in den Händen hast. Diese Zeitschrift in deutscher Sprache ist ein kollektives Werkzeug des Kampfes. Benutzt diese wie eine Kampfwaffe, wie ein kollektiver Organisator. Verbraucht die revolutionäre Presse nicht passiv. Wir dringen darauf, daß die von uns in verschiedenen Sprachen veröffentlichten Materialien umlaufen, kritisiert, verbessert und hervorgeragt seien, damit unsere Kampfgenossenschaft gegen diese Welt zusammen verstärkt wird, die nicht auskrepiert und uns täglich zu ermorden nicht aufhört. Die Sprache dieser zweiten Nummer bleibt annähernd. Wir wünschen lebhaft unsere nahen Genossen zu grüßen, die uns unsere Texte zu korrigieren helfen, denn wären diese nicht gewesen, so würde diese Zeitschrift nicht veröffentlicht. Sie nehmen so an der kollektiven und internationalen Aktion des Proletariats teil, um die Grenzen niederzureissen. Wir benutzen diese Gelegenheit, um jeden deutschsprachigen Militant wiederaufzurufen, die Übersetzung unserer Texte zu korrigieren und zu verbessern. Genossen wir brauchen eure Hilfe. Verstärken wir uns, schreiben wir uns, kritisieren wir uns, lassen wir die Informationen über die Kämpfe umlaufen, lesen wir unsere beiderseitige Presse mit Interesse und im Geiste die Grenzen, die die Bourgeoisie uns aufdrängt, zu überschreiten.

Heute mehr als gestern fordern wir den Kommunismus durch das Zusammenfügen gegen das Ganze der Bourgeoisie in ihren vielfachen Abwechslungen, gleichviel ob es sich um die sozialdemokratische, stalinistische, maoïstische, faschistische, ökologische oder irgendwelche andere Variante handelt. Dagegen müssen wir den ursprünglichen Inhalt des Kommunismus vorbringen, nämlich: die Verneinung alles kapitalistischen Wesens.

Gegen die Wirtschaft, die Politik und die Religion, gegen die Kunst, die Wissenschaft und den Fortschritt, gegen die Familie, die Arbeit und all die Vaterländer, gegen die Lohnarbeit rufen wir stärker als jemals: es lebe der Kommunismus, es lebe die soziale Weltrevolution, es lebe die kommunistische internationale Organisation des Proletariats!

Gegenüber all diejenigen, die uns auf verschiedene Weisen das Überleben dieser Gesellschaft versprechen, zweifeln wir nicht daran, daß das Kapital wie irgendwelcher lebendige, soziale, geschichtliche Organismus, wie irgendwelche vorläufige Gesellschaft ein Wesen mit seinen eigenen Widersprüchen ist und dessen Aufhebung von keiner neuen Religion abhängt sondern von der lebendigen Verneinung die es in seinen eigenen Schoße trägt, nämlich: die Klasse die, um zu leben, zu arbeiten verurteilt ist, das revolutionäre Proletariat.

Wir "glauben" an den Kommunismus nicht. Er äußert sich praktisch in der Bewegung, die unter unseren Augen verläuft, in der wirklichen Bewegung der Abschaffung der bestehenden Ordnung dessen Stottern sich in den Kämpfen unserer Klassenbrüder im Irak oder neulich in Albanien (2) ausgedrückt haben. So geht es gleichfalls mit den einigen sogar bescheidenen Initiativen, um die objektive Interessengemeinschaft des Proletariats in eine aktive internationale organisierte und zentralisierte Kampfgemeinschaft zu verwandeln. Nein, daran verzweifeln wir nicht, daß diese auf den Egoismus, den Individualismus, die Zusammenfaltung auf sich selbst gegründete Gesellschaft bald sehen wird, wie gegen sie selbst das durch den Kampf des Proletariats für seine Freiheit erworbene Solidarität wiederaufleben wird.

Am Kommunismus nicht zweifeln sondern für seine Bestätigung kämpfen!

An unserer Stärke nicht zweifeln sondern sie organisieren!

Fußnote

1. Lesen Sie bei dieser Gelegenheit unseren Text: "Eine Mauer fällt aber das Elend geht weiter", der in "Kommunismus" Nr1, Dezember 1994 veröffentlicht ist.

2. Wegen weiterer Entwicklungen lesen sie auf französiche "Communisme" Nr46, auf spanisch "Comunismo" Nr41 und auf englisch "Communism" Nr11.



Faschistisch oder antifaschistisch

Die Diktatur des Kapitals ist die Demokratie

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"Unseres Endziel ist die Abschaffung allem Staat und nachfolglich der Demokratie." Engels 1894.
Während die weltweite Bourgeoisie jeden Tag immer mehr mit der Wirklichkeit seiner historischen Krise gegenübergestellt wird, während die Vertiefung dieser Krise die Arbeiterklasse immer mehr bestimmt, in den offenen Kampf gegen seinen tödlichen Feind einzutreten, folgen sich in einem beschleunigten Rhythmus die Kampagnen der Bourgeoisie, um auf materieller und ideologischer Weise der generalisierte imperialistische Krieg vorzubereiten; Kampagnen für die "Menschenrechten", "antiterroristische Kampagnen" (bequeme Formel, um alle Gewaltarten zu vermischen ohne ihrer Klassennatur zu bestimmen), "antifaschistische Kampagnen",... Alle diese Kampagnen gehören eigentlich dem gleichen Versuch der Bourgeoisie, die nationale Einheit (alle bürgerlichen Teile vermischen), um den nationalen Staat oder eine Konstellation von Staaten herum wieder aufzubauen. Dieser permanente Wille der Bourgeoisie, das Proletariat in das "Volk" aufzulösen, die "eigensüchtige" Interesse der Arbeiterklasse im Namen der "gesamten Nation" ausdrücklicherweise zu neigen, sich nur an den "Bürgern" zu wenden, ist die offenkündigste und universälste Behauptung der Herrschaft der Demokratie, der Herrschaft der Diktatur des Kapitals.

Seit Jahrzehnten handelt die Bourgeoisie insgesamt auf die selbe Weise, um jeden Proletarier höchstmäßig zu atomisieren, um aus ihm eines ganzen Untertan des Kapitals zu machen, totalitärerweise seiner materiellen und ideologischen Domination zu unterwerfen. Der Invarianz des kommunistischen Programms stimmt die von der Konterrevolution überein! Diese invariante Taktik der Bourgeoisie besteht aus den Klassenantagonismen wie Proletariat gegen Bourgeoisie, und aus den Polarisierungen, die ausschließlicherweise ihnen bürgerlich sind, abzuwenden, sowie Monarchie gegen Republik, Faschismus gegen Antifaschismus, "starke" Regierungen gegen "schwache" Regierungen,... die alle in der Tat nur verschiedene Formen der Diktatur des Kapitals, des bürgerlichen Staates sind. Aber es ist klar, daß keine dieser Abwechslungen das Warenproduktionssystem, die Lohnsklaverei in Frage stellt. Um so gleich werden sie vor den mystifierten Augen des Volkes als entgegenwirkend vorgestellt (nach dem "guten alten" christlichen Manicheismus, der den Ausbeutungssystemen schon so viel genutzt hat), um so gleich ist die Wirklichkeit ihres Klasseninhaltes: Die ausschließliche Verteidigung der Interessen der bürgerlichen Klasse.

Solange das Proletariat sich nicht als dominante Klasse organisiert, wird der Staat immer der Staat der Bourgeoisie bleiben und wohl sein Gesicht ob liberal, oder populär, "arbeiter", oder faschistisch... erscheint, um sein wirkliches selbes scheußliches Gesicht zu verdecken, muß das Proletariat ihn gewaltsam zerstören! Das Proletariat nimmt also alle Theorien des "kleineren Übels", die versuchen es "ohnehin" eines der bürgerlichen Lager "weniger schlecht", "mehr sozialistisch", ja sogar "eine notwendige Etape"... gegen einen anderen zu wählen, für das was sie sind: Waffen der Konterrevolution, die für die Millionen von Proletarier Morde verantwortlich sind... in der ganzen Welt! (1)

Alle diesen Theorien, die dem Proletariat "Alternativen", "Abkürzungen", "Rangstufen" vorzustellen zielen, immer mit dem Vorwand den "Hauptfeind des jetztigen Moments" zu bekämpfen, um ihn gegen Natur mit einer oder anderer bürgerlichen Fraktion, bezeichnet für die Gelegenheit als "progressive" oder weniger "reaktionäre" zu binden, haben alle gemein:

* Die Zurückweisung oder die Verfälschung der kommunistischen Theorie des Staates;

* Das tiefe Unverständnis der Demokratie als wirkliche "Lebensart" der Diktatur des Kapitals, die in ihrem Wesen selbst mit der Warengesellschaft, und also mit der Diktatur der Totarbeit auf die lebendige Arbeit verbunden ist, dies unabhängig der mehr oder weniger offenen Formen die diese Diktatur nehmen kann;

* Und demzufolge, die Unmöglichkeit die Strategie, die Taktiken und die Methoden des tatsächlichen Arbeiterkampfes zu ergreifen, die -und nur diese- der Arbeiterklasse die M&oouml;glichkeit geben werden als autonome Kraft, die mit aller anderen antagonistisch ist, sich zu behaupten.

Diese Verständnislosigkeiten haben unfehlbar den interklassistisch Frontismus, den Reformismus, den Parlamentarismus... Minimum- oder Übergangsprogramm... in einem Wort, der Demokretinismus zur Folge. Hier findet man wieder die Kennzeichen aller extremisten bürgerlichen Strömungen, die sich im Namen des Proletariats ausdrücken, sowie der Trotskismus, der Maoismus, der "Anarchismus"... (2)

Zentrale Punkte des kommunistischen Konzepts des Staates

Diese Punkte sind ein Erzeugnis der Geschichte. Sie haben sich in jeder Arbeitererfahrung klarer und dies auf immer klarer und klarer Weise behauptet, im Bruch mit dem Programm der Konterrevolution, im Bruch mit allen Versuchen des revolutionären Begriffs des Staates zu revidieren, zu "modernisieren", oder zur Mumie zu verwandeln. Dieser Begriff ist auf klarste Weise von Marx und Engels ausgedrückt (3). Nach der Erfahrung der Pariser Kommune, wurde dieser Begriff systematisch von der Sozialdemokratie (Lasalle, Bernstein, Kautsky, Millerand, Vandervelde,...) veranstaltet und eingestellt. Der sozialdemokratische "Anarchismus" (Kropotkin, Jean Grave, Pelloutier,...), hat auch eine schwere Verantwortung in der systematischen Mißbildung der Arbeitererfahrung, was die Notwendigkeit für das Proletariat sich als dominante Klasse, und demzufolge in den Arbeiterstaat, zu organisieren anbelangt. Die Pariser Kommune hat in der Tat endgültig klar entschieden, daß die Ideologie des Föderalismus und des Gestionismus eine konterrevolutionäre Rolle gespielt hat.

Diese invariante historische Linie des revolutionären Programms, gelegt sich nicht in der Linie des Fetischismus/Ideologisierung von diesem oder jenem proletarischen Führer, dessen jede Schrift das Evangelium der Revolution von Morgen wäre. Im Gegenteil, die wirkliche Invarianz behauptet sich im Laufe der Geschichte mit der sükzessiven Brüche mit den bürgerlichen Begriffe und Praxen, um immer klarerweise das Programm der Revolution, daß der Konterrevolution entgegensteht, nach vorn zu bringen. Dieses Programm -schon miteinbegriffen seit den ersten Arbeiterskämpfen- ist dem der Konterrevolution entgegengestellt.

In diesem Sinne kann man die kommunistische Stellungen die diese Frage anbelangt so zusammenfassen:

Es ist die Trennung der Gesellschaft in antagonistische Klassen -diese selbst mit der Trennung der Arbeit und der Autonomisierung des Umtauschwertes hergestellt - der die Existenz und die Notwendigkeit eines Staates bestimmt. Dieser Staat, sowie die Klassen selbst, sind also ein historisches Produkt mit der historischen Entwicklung der Produktion verbunden. Demzufolge mit der Abschaffung der Klassen -mit der Gesellschaft ohne Klassen- stimmt notwendigerweise die Abschaffung jedes Staates -die Gesellschaft ohne Staat überein.

Der Staat ist kein "neutrales", Schiedsspruchsorgan, das über den Klassen liegen würde. Er ist ein Unterdrückungsdominationsorgan einer Klasse auf der andere.

"Nach Marx ist der Staat ein Organ der Klassenherrschaft, ein Organ zur Unterdrückung der einen Klasse durch die andere, ist die Errichtung derjenigen "Ordnung", die diese Unterdrückung sanktioniert und festigt, indem sie den Konflikt der Klassen dämpft." Lenin, "Staat und Revolution".

Der Staat stellt sich vor und ist von seinen vielfachen Verteidiger dargestellt als wäre es nur ein Organ der Ausgleichung der Klassen, das über diesen schwebt, und neutral wäre. Diese Mystifikation dient in der Tat nur zu tarnen, daß wenn der Staat immer nachtrachtet, die Klassenantagonismen zu behalten und auszugleichen in für sich "verständigen" Grenzen -d.h. die seine Domination nicht in Frage stellen- für dies tätig ist im Sinne der ausschließlichen und gesamten Interessen der dominanten Klasse; der Staat ist immer der Staat einer einzigen Klasse.

Allein der Arbeiterstaat, d.h. das Proletariat in einer dominanten Klasse weltweit organisiert, wird öffentlich seine klassistische Natur und sein soziales Projekt behaupten: Die Diktatur des Proletariats für die Abschaffung der Lohnsklaverei, gewaltige Verneinung der Demokratie, Übergang zur menschlichen Gemeinschaft.

Der Staat ist also eine Kraft, die aus der Klassengesellschaft entstammt, und hauptsächlich von den "speziellen Kommandos von bewaffneten Männern, die über Gefängnisse befugen, usw. gebildet ist" (Lenin). Diese Kraft -ebensoviel zusammengesetzt aus dem offenen Terror, wie mit der mehr "ideologisch"- die der dominante Klasse zur Verfügung steht kann nur mit einer gewaltigen Revolution zerstört werden, von einer anderen Klassenkraft, die seine eigene Diktatur mit dem revolutionären Terror herstellt. Für das Proletariat, revolutionäre und ausgebeutene Klasse der modernen Gesellschaft, kann es also weder den bürgerlichen Staat zu "besetzen", noch ihn zu "verwandeln", noch ihn sich "anzueignen", nichts bedeuten,... sondern ihn ganz zu zerstören.

Mit der Herrschaft auf der ganzen Welt seit mehreren Jahrhunderten der kapitalistischen Produktionsart ist der Staat der Bürgerstaat, der den kapitalistischen Produktionsverhältnissen zur Bedienung steht. Welches Gestaltes diese Diktatur auch nimmt, ist diese immer nur die Diktatur des Kapitals. Diese aber kann nur mit der Arbeitergewalt, die von der kommunistischen Weltpartei geführt und geleitet wird, zerstört werden.

Diese permanente diktatorische Natur der kapitalistischen Herrschaft bestimmt das Programm der kommunistischen Revolution als notwendigerweise:

* Antifrontisch (Autonomie des Proletariats);
* Antinational (die Arbeiter haben kein Vaterland);
* Gewaltig (dem Terror der Bourgeoisie setzt das Proletariat seinen eigenen Terror entgegen);
* Antidemokratisch (weil es alle materiellen Voraussetzungen der Demokratie despotisch abschafft: Die Ware, die Lohnarbeit... und im gleichen Moment bildet es die weltweite menschliche Gemeinschaft).

Demokratie: Lebensart des Kapitals

Die Geschichte der Demokratie selbst ("Macht des Volkes", "Macht der Bürger") ist mit der Teilung der Gesellschaft in Klassen ununterschiedlich verbunden. Diese kommt im Moment der Teilung der Menschen, Verteilung des Haben und Auflösung der Urgemeinschaft mit dem Austausch auf. Das bedeutet, daß sie automatisch mit dem Privateigentum, mit den Individuen -die ihre originelle Einheit mit der Geselllschaft verloren haben- (4), mit der Teilung der Gesellschaft in Klassen und mit der Entstehung des Staates geboren ist.

Sobald die ursprüngliche Gemeinschaft entfällt, ist der Mensch immer mehr von seiner Produktion, von den andern und auch von ihm selbst getrennt. Wie Marx schrieb, ist der Mensch von der Menschlichkeit getrennt. Aber je mehr der Mensch getrennt ist, und seine Beziehungen entfremdet sind -diese Entfremdung kulminiert im Stand des modernen Arbeiter-, desto mehr muß die Gesellschaft eine eingebildene Einheit wieder aufbauen, eine neue "Gemeinschaft" die den verschwundenen Urkommunismus künstlich ersetzt. Das schafft das Kapital mit der materiellen Gemeinschaft: die Gemeinschaft der Waren, der Nichtmenschen.

"Die besitzende Klasse und die Klasse des Proletariats stellen dieselbe menschliche Selbstentfremdung dar. Aber die erste Klasse fühlt sich in dieser Selbstentfremdung wohl und bestätigt, weiß die Entfremdung als ihre eigne Macht und besitzt in ihr den Schein einer menschlichen Existenz; die zweite fühlt sich in der Entfremdung vernichtet, erblickt in ihr ihre Ohnmacht und die Wirklichkeit einer unmenschlichen Existenz. Sie ist, um einen Ausdruck von Hegel zu gebrauchen, in der Verworfenheit die Empörung über diese Verworfenheit, eine Empörung, zu der sie notwendig durch den Widerspruch ihrer menschlichen Natur mit ihrer Lebenssituation, welche die offenherzige, entschiedene, umfassende Verneinung dieser Natur ist, getrieben wird." Marx, "Die Heilige Familie", 1845.

Dieser Widerspruch zwischen "seiner menschlichen Natur und seiner lebenswichtigen Existenz" ist gerade das, was die Demokratie, innerhalb seiner materiellen Gemeinschaft, wo die Proletarier für das Kapital nur einfache Waren sind, die, die andere Waren kaufen, zu einigen versucht.

Gleich mit ihrer Gründung, ist die Demokratie in ihrem Wesen, mit der Ware verbunden. So gleich die Demokratie mystischerweise, nach dem Wiederaufbau der verschwundenen Gemeinschaft mit der Vereinigung des Unvereinbares, zwei feindseligen Klassen mystischerweise trachtet, so gleich muß die Ware in einer gleichen materiellen Hülle, sein tödlicher Widerspruch zwischen Gebrauchswert und Umtauschswert vereinigen. Dieser gleiche Widerspruch zwischen Gebrauchswert und Umtauschswert wiederholt sich noch klarerweise zwischen der individuellen Arbeit des Erzeugers und dem notwendigen sozialen Aspekt, die diese Arbeit nehmen muß.

Der Widerspruch der Demokratie zwischen seinem Versuch, die Klassen aufzulösen und heftig abzuleugnen, und der Tatsache, daß sie in der Praxis der in vollen wiederaufbauende Arbeiterklasse entgegen gehen muß, ist also der gleiche wie der, der Gebrauchswert, mehr und mehr der Austauschswert entgegensetzt. So erscheint die Demokratie als ein Weg zur Ausgleichung der Gegensätzen, als die politische Kraft, die am besten geeignet ist das was getrennt worden ist, zu vereinigen. Sie stellt die Ausgleichung zwischen der alten verschwundenen Gemeinschaft und der neuen Gesellschaft dar. Die Mystifikation liegt in dem scheinbaren Wiederaufbau einer verlorenen Einheit.

Außerdem, macht sich diese Ausgleichung offenbar nicht ohne Schaden. Die herrschende Klasse schafft diese Anscheinende Einheit darzustellen, nur mit der systematischen Benutzung der Gewalt, und des staatlichen Terrors (mit solchen Vorstellungen wie Nation, Volk, Volksstaat...).

Demokratie und Ware haben sich in der Geschichte zusammen entwickelt. Auch zusammen werden sie vergehen, von dem Proletariat zerstört, das mit der Zerstörung der Warenproduktion die Demokratie zerstört und die Wiedereinigung des Menschen mit ihm selbst und mit dem Geschlecht, den Kommunismus, die menschliche Gemeinschaft, erfüllt.

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Die Demokratie behauptet sich und reinigt sich nach und nach wo das Privateigentum immer generälen wird und die Klassen immer deutlicher erscheinen. In der antiken Gesellschaft zum Beispiel war die Demokratie noch an den einzigen "Bürgern" begrenzt, -Mitglieder der Stadt, d.h. die herrschende Klasse- mit Ausschluß der Sklaven die nicht als Menschen betrachtet waren. Je mehr sich die produktive Kräfte entwickelten, desto mehr entwickelte sich die Selbständigkeit des Austauschswertes (und damit ihr materielle Stutzt, der Gebrauchswert), um mit der kapitalistischen Umstellung wo die Ware nur noch ein Zwischenmittel -Geld/Ware/Geld- für die kapitalistische Anhäufung ist, zu kulminieren. Es ist also mit dem Kapitalismus, wo die Demokratie, d.h. die Atomisierung des Menschen, der dem Kapital ganz unterworfen ist und in einer eingebildeten Gemeinschaft eingerichtet ist, seinen Höhepunkt und seine Allgemeinheit erreicht.

Allein der Kapitalismus gestattet die Verallgemeinerung der Demokratie an alle, weil er jedem Proletarier individuelerweise, als einzige Lösung zu überleben, der Verkauf seiner Arbeitskraft entgegen ein Lohn, der ihm sich sozial wieder zu erwachsen gestattet, auflegt. Er ist die erste Produkionsart, die auf ein Produktionsverhältnis gestützt ist: die Lohnarbeit, die gleichzeitig wo sie den Leibeigene von seinem Strick mit dem Schollen befreit, um einen Proletarier zu machen, diesen letzten ganz und gar dem Kapital unterwirft, der auf ihn überfügt bis Millionen für ihn überflüssige Proletarier verrecken lassen (Der UNICEF nach, sind 1979 12 Millionen Kinder von Hunger gestorben).

Gleicherweise, alles was für das Kapital Menschenrechte, Freiheit sind... bedeutet nur immer mehr seine Produktionsverhältnisse aufzuzwingen, immer mehr die Lohnsklaverei aufzuzwingen. Marx unterschrieb das schon:

"Vor allem konstatieren wir die Tatsache, daß die sogenannten Menschenrechte, die droits de l'homme im Unterschied von den droits du citoyen, nichts anderes sind als die Rechte des Mitglieds der bürgerlichen Gesellschaft, d.h. des egoistischen Menschen, des vom Menschen und vom Gemeinwesen getrennten Menschen. (...) Die praktische Nutzanwendung des Menschenrechtes der Freiheit ist das Menschenrecht des Privateigentums." Marx, "Die Judensache", 1844.

In unserer Welt, bedeutet die FREIHEIT, SKLAVEREI!

"Eben das Sklaventum der Bürgerlichen Gesellschaft ist dem Schein nach die größte Freiheit, weil die scheinbar vollendete Unabhängigkeit des Individuums, welches die zügellose, nicht mehr von allgemeinen Banden und nicht mehr vom Menschen gebunden Bewegung seiner entfremdeten Lebenselemente, wie z.B. des Eigentums, der Industrie, der Religion, etc., für seine eigne Freiheit nimmt, während sie vielmehr seine vollendete Knechtschaft und Unmenschlichkeit ist. An die Stelle des Privilegiums ist hier das Recht getreten." Marx, "Die Heilige Familie".

Es ist klar, daß die Demokratie auf keine Art den Staat, die Diktatur einer Klasse ausschließt. Im Gegenteil ist sie selbst ihr Fundament. Tatsächlich wer kann besser als der kapitalistische Staat sowohl die Verhältnisse zwischen den Individuen im Rahmen des Systems bestimmen (Im Namen des "gemeinsamen" Interesses, der eingebildeten Gemeinschaft) als auch die Macht der herrschenden Bourgeoisie verbürgen.

"Unsere Epoche, die Epoche der Bourgeoisie, zeichnet sich jedoch dadurch aus, daß sie die Klassengegensätze vereinfacht hat. Die ganze Gesellschaft spaltet sich mehr und mehr in zwei große feindliche Lager, in zwei große, einander direkt gegenüberstehende Klassen: Bourgeoisie und Proletariat."

Wie dieses Zitat von Marx aus dem "Manifest der kommunistischen Partei" 1848 geschrieben ist uns zeigt, ist die Demokratie der größte materielle und ideologische Versuch (5) der Verneinung der Klassen, der Verneinung der Existenz in der zivilen Gesellschaft von unvermeidlichen antagonistischen Interesse, um nur mit einfachen Bürgern - Wähler - Verkäufer - Ankäufer - Erzeugeer - Verbraucher... zu tun zu haben. So schafft es die Demokratie die Arbeiterklasse als Klasse, organische autonome Kraft, zu verneinen, wenn es ihr gelingt jeden Proletarier zu einem vollkommenden Bürger, Verkäufer seiner Arbeitskraft und Warenkäufer zu machen.

Das Ideal des Kapitals ist die Herrschaft der Nichtklasse, die Herrschaft des Bürgers. Die Demokratie gestattet also jedem Proletarier die Freiheit, seine Arbeitskraft zu verkaufen (mit der Unterdrückung zum Beispiel der Streiken), die im Rahmen des "allgemeinen Interesses" beworben sind. Im selben Augenblick sichert er mit seinem Staat am besten die Erhaltung der kapitalistischen Produktionsart und die Herrschaft der Bourgeoisie.

Wir sehen hier wie untrennbar die Demokratie mit der Lohnarbeit verbunden ist und wie man die erste nur durch die zweite verstehen kann. Wo es Warenproduktion gibt, gibt es Lohnarbeit, gibt es Diktatur des Kapitals und gibt es Demokratie.

Kommunismus gegen Demokratie

Wir definieren mit Marx den vollendeten Kommunismus "als positive Aufhebung des Privateigentums, als menschlicher Selbstentfremdung und darum als wirkliche Aneignung des menschlichen Wesens durch und für den Menschen; darum als vollständige, bewußt und innerhalb des ganzen Reichtums der bisherigen Entwicklung geworden Rückkehr des Menschen für sich als eines gesellschaftlichen, d.h. menschlichen Menschen." Marx, "Manuskripte vom Jahre 1844". Der Kommunismus schafft das Individuum ab, um das menschliche Wesen zu erschaffen.

Gründlich und direkt das kommunistische soziale Projekt antidemokratisch ist, weil es, ab gleich, nach der Wiederbildung des kollektiven Wesens, das Gemeinwesen des Menschen, in und durch die menschliche Gemeinschaft, nach trachtet. Sobald sich das Proletariat als Klasse, als Partei wiedereinrichtet, strukturiert es sich wirklich in ein neues kollektives Wesen, das in Vernichtung seiner historischen Interessen wirkt -die Gesellschaft ohne Klasse- tätig ist, sofern bildet es die menschliche Gemeinschaft vor. Um so mehr setzt sich die Diktatur des Proletariats, autoritäre Verwandlung der Produktionsverhältnissen, Abschaffung der Lohnarbeit, prinzipiell der Demokratie entgegen.

Je mehr die Übergangsperiode in Richtung des Kommunismus geht, desto mehr löst sich der Arbeiterstaat, um so mehr ist die Demokratie zerstört. Nach der gewaltigen und terroristischen Ergreifung der Macht, braucht das Proletariat die Demokratie nicht, nicht weil die Klassen von heute auf morgen verschwinden, sondern weil es keine Tarnung, keine Mystifikation der Diktatur geben soll. Sobald sich das Proletariat als dominante Klasse, als Staat veranstaltet, beginnt die Einigung der Gattung, die Erschaffung der Gemeinschaft, und also die Verneinung aller Trennungen, die der Demokratie Korb gaben.

Die Demokratie, sogar wenn die "Arbeiterdemokratie", zu verlangen, bedeutet es das Rad der Geschichte zurückdrehen, zu dem Kapitalismus zurückkommen. Proletariat und Demokratie äußern den gleichen Widerspruch als Proletariat und Bourgeoisie! Die Klassendiktatur des Proletariats und sein Halb-Staat ist im ständigen Kampf gegen die Wiedererscheinung aller Demokratie und kann also keineswegs an irgendwelcher "Arbeiterdemokratie" gleich gestellt werden. Gleicherweise wenn wir sagen, daß die Diktatur des Proletariats die Lohnarbeit abschafft, schafft sie auch, im selben Moment und durch die gleichen Taten die Demokratie ab.

Die Gleichstellung der Diktatur des Proletariats mit der "Arbeiterdemokratie" (besonders bei Lenin), kann aufs besten in Opposition mit der anderen Klassendiktaturen die fundamentale verschiedene Natur der Diktatur des Proletariats ausdrücken, welche, um sich als Klasse und dann als dominante Klasse zu verneinen, und eine Gesellschaft ohne Klasse, ohne Staat progressiv zu erschaffen... wirkt. Aber diese Gleichstellung trägt in sich alle Ausweichungen, die die Wiedererscheinung des Bürgerstaats durch einen Mangel von Demokratie (siehe Trotzkismus, Rätetheorien, "Anarchismus"...) zu erklären zielt, während es natürlich auf ganz demokratischerweise sich den Bürgerstaat wieder neu einrichtet (siehe die Wiedereinrichtung des bürgerlichen Staates in UdSSR).

Das kommunistische Programm, weil es die Zerstörung der Warengesellschaft, der Lohnarbeit und der Aufbau der menschlichen Gesellschaft ist, stellt sich der Demokratie gegenüber, das Wesen der Herrschaft des Kapitals selbst, gegenüber. Egal welche Masken -faschistisch sowie antifaschistisch, repuublikanisch sowie monarchiestisch...- diese Herrschaft nimmt, muß sie unbarmherzig zerstört werden.

Faschismus/Antifaschismus: eine bürgerliche Alternative

Diese Zurückrufen zeigen uns, daß die Alternative Faschismus oder Antifaschismus herzustellen, uns von vorn herein auf das Feld der bürgerlichen Ideologie bringt (6).

Das ganze Ziel der bürgerlichen Theorien, die sowie von "rechts" als auch von "links", besteht daraus, die Gesellschaft als eine Alles Umfassende -die eingebildene Gemeinschaft vorzustelleen, die Existenz von unvermeidlichen widerstreitenden Klassen abzuleugnen, den Fragen der Macht einer Klasse auf der andere, der Einrichtung der Gesellschaft mit mehr oder weniger Gewalt, d.h. diktatorisch, wirklich auszuweichen für nur immer diese Fragen im Namen des "allgemeinen Interesses", des Volkes oder der Nation zu besprechen... so daß der kapitalistische Staat besser verteidigt wird. Und das ist es, was der Faschismus und der Antifaschismus, die ja zwei Ausdrücke des selben demokratischen Inhalts sind, schaffen. Diese beide haben in der Tat die gleiche "soziale Philosophie", der gleichen Begriff eines abstrackten Staates, der die Klassen überschaut und "harmonischerweise" die Gesellschaft im Interesse "von allen" einrichtet.

Nehmen wir als Beispiel den Nazismus in Deutschland (1932-45) oder den Faschismus in Italien (1923-44) und den populären Front in Frankreich (1936-39) als Stereotyp des berühmten "Antagonismus" Faschismus/Antifaschismus. Darin können wir ohne Mühe den gleichen demokratischen Inhalt ähnlich in alle ihre betroffene Begriffe der sozialen Beziehungen, des Interesses der Nation und folglich des Interesses des Kapitals bestätigen.

Dem Individuum von weißer Rasse germanischen Übermensch, Arbeiter/Soldat, Bürger des erwählten Volkes (Drittes Reich), ganz und gar und auf totalitärer Weise seit seiner Kindheit in den Strukturen des Staates -Staat, Einzelpartei, Gewerkschaft...- eingerichtet, entspricht dem französischen Individuum/Volk, von weißer Rasse, teilnehmend an der Amtsführung seines Betriebs und an der Krieganstrengung seines Vaterlandes, ganz und gar und auf totalitäre Weise in den Strukturen des Staates eingerichtet: -Staat, Parteifronten, Gewerkschaftsfronten...- In diesen beiden Arten der bürgerlichen Herrschaft, sogenannte gründlich verschieden, wird der Bürger/Proletarier vorbereitet für und auf die Weltschlachterei 1940-1945 zu gehen, im Namen der gleichen a-klassistischen Mythen: Die des Volkes, der Nation... um, in den beiden Fallen, eine heilige Vereinigung ohne Spalte, die alle Risikos die Verwandlung des imperialistischen Krieges in Bürgerkrieg vermeiden, zu schaffen.

Für faschistische sowie antifaschistische Regimen, kommt es darauf an den Staat zu verstärken, die Demokratie zu reinigen. Diese kapitalistischen Staatsformen zielen noch viel mehr als jene anderen, das Ideal der Demokratie zu erreichen: Die (selbstverständliche gewaltsame) Einigung aller Bürger im Staat und die totale Verneinung der widerstreitenden Klasseninteressen. Die "kommunistische Linke" hat schon, gegen dem ganzen Konfusionismus des pseudo-revolutionären Antifaschismus versucht, den Vorgang der Reinigung der Demokratie, der Verstärkerung seines Staatsterrors, welcher den faschistischen Staat vorbildet, klar zu machen:

"Das ist keine organische Veränderung, die in dem demokratischen Staat sich bewahrheitet, sondern ein Reinigungsprozeß dieses Staats, der durch seine Gewalt alle die entgegengesetzte gegründete Faktoren zerdrückt. Die Proletarierbewegung hat sich als Negation der Demokratieerhoben und sie kann seinen Gang wieder gehen nur unter der Bedingung, daß sie im Rahmen seines Programmes, ausdrückend in der Notwendigkeit der Proletarierstaat zum Grundsatz der Diktatur des Proletariats zu gründen, bleibt. Da dieser Übergangregime erlaubt alle die Gegenwehre der feindlichen Kräfte wegzufegen erlaubt, verwirklicht er auch Bedingungen, die zu eine höhere Ausweitung der Produktionstechnik drängt und vorbereitet die Bedingungen, wo der Wille der Erzeuger angesichts der Zufriedenheit der Bedürfnissen sich frei auszudrücken kann. So werden die Grundlage für eine wirkliche Gleichheit und für die Abschaffung der Grundlagen selbst der Demokratie die schließlich und in der beste der Hypothesen nur Einwilligung einer Mehrheit die Verwaltung ihrer Interessen an eine Führer und Vorrechterminderheit zu vertrauen, begründet." Bilanz, Nr 12, 1934.

Um die Tat zu illustrieren, daß es keine "organische Änderung, die sich im demokratischen Staat bewährt" gibt, brauchen wir nur ein paar ausgewählte Zitaten der Theoretiker des Faschismus und des antifaschistischen populären Front zu vergleichen. Am Anfang, sehen wir das Manifest "Für den Heil des Französischen Volkes", das an dem VII. Kongreß der P"C"F (Französischen "Kommunistischen" Partei) angenommen wurde.

"Der PCF ist die Partei der Einigung der französischen Nation... Die französische Nation ist das bewundernswürdiges Volk unseres Landes mit einem so großmütigen Herz, mit seiner stolzen Unabhängigkeit und seinem unbezähmbaren Mut. Französisches Volk, für dein Heil laden wir dich an die Einigung ein..."

Die Erklärungen, 1936, von Thorez (der französische Stalin) lassen auch kein Zweifel mehr daran:

"Wir reichen dir die Hand, du, Katholiker, Arbeiter, Beamter, Handwerker, Bauer, wir die Laien sind, weil du unser Bruder bist und wie uns von den selben Schmerzen niedergedrückt wirst. Wir reichen dir die Hand, nationaler Freiwilliger, alter Kämpfer Kreuzfeuer geworden, weil du ein Kind des Volkes bist und wie uns wegen der Unordnung und Korruption leidest, weil du wie uns vermeiden möchtest, daß das Land zur Ruine und Katastrophe geht."

Und Thorez läßt seinen Schwung weiter gehen, und gibt sein Programm:

"Wir preisen den französischer Front an:

1 Französischer Front für den Respekt der Gesetzen, daß kann im gegenwärtigen Moment nur die Durchführung der Verträge von Matignon, die wirkliche Auflösung und Abrüstung der Bündnissen, die Verteidigung der Konstitution und aller Gesetzen der Republik, bedeuten kann.

2 Französischer Front für die Verteidigung der nationalen Wirtschaft, daß im gegenwärtigen Moment nur die Hilfe, die Beschützung der Elementen der Mittelklassen, die Unterstützung der Bauern, die Reichen bezahlen machen und manche Kapitalisten zu verhindern die nationale Produktion durch Entlassung des Personals und Aussperrung der Werkstätten zu sabotieren, bedeuten kann.

3 Französischer Front für die Freiheit und die Abhängigkeit unseres Landes, daß kann im gegenwärtigen Moment, nur eine aktive und konsequente Politik in Übereinstimmung mit allen Ländern, die die untrennbare Freiheit und kollektive Sicherheit effektiv wollen, bedeuten kann.

In diesem Sinne können wir sagen, daß der populäre Front, wirklich ein französischer Front wird, ein Front des Volkes von Frankreich...

Wir denken, daß wir wirklich gegen die Reaktion und den Faschismus kämpfen, wenn wir ein Aufruf an das Volk machen, einbegriffen an die, die jetzt noch von uns entfernt könnten sein... persönlich habe ich noch nie die Faust erhoben, aber die Gebärde, die ich als der beste Ausdruck unserer Politik betrachte ist die Aktion der dem französischen Volk gestrecktete Hand."

Auf derselbe Weise behaupteten alle Konstitutionen der "Arbeiterstaaten", der "populären" oder "sozialistischen Demokratien", (China, Nord-Korea, Kuba, UdSSR...), sog. "die mehr demokratische Konstitution der Welt" zu sein. Als Echo dieser Aussage antworteten die von Goebbels (Propagandaminister des III. Reich) und von Mussolini:

"Der III. Reich ist die adeligste Offenbarung eines demokratischen Staates." Goebbels.

"Der Faschismus hat dem Staat seine souveräne Aktivität zurückgegeben. Er hat gegen alle Klassen und Kategorienpartikularismen den ethiken Wert des Staates beansprucht; er hat der Staatsregierung dessen Rolle zum exekutive Instrument der gewählten Versammlung vermindert wurde, seine Hoheit als Vertreter der Persönlichkeit des Staates und die Fülle seiner Führungsmacht zurückgegeben; er hat die Verwaltung von den Drücken aller Fraktionen und aller Interesse entzogen."Mussolinis Erklärung an den Staatsrat.

Noch ein Wort über die Atomisierung des "Proletarier/Bürger" indem und durch den Staat, als Grundlage der Demokratie:

"In unserem Staat fehlt dem Individuum die Freiheit nicht. Sie gehört ihm mehr als dem einsamen Mensch, weil der Staat ihn schützt; er ist ein Teil des Staates. Der einsame Mensch bleibt ohne Verteidigung." E. Ludwig, Unterhalten mit Mussolini.

Die Apologie des Staates nach Mussolini ist hier die totale Fortdauer des Lassalles Programms (7), je nachdem hätte der freie populäre Staat das "soziale Problem" lösen können:

"Der Liberalismus leugnete den Staat im Interesse des Individuums. Der Faschismus behauptet den Staat als die echte Realität des Individuums wieder. Und wenn die Freiheit die Eigenschaft des wirklichen Menschen sein soll, und nicht die abstrakte Marionette an die der individualistischen Liberalismus dachte dann ist der Faschismus für die Freiheit. Er ist für die einzige Freiheit, die eine ernste Sache sein kann, die Freiheit des Staates und des Individuums im Staat..." Faschistische Doktrin.

"Dieser Staat ist weder die Zahl noch die Summe der Individuen, die das Mehrzahl eines Volkes bilden. Dabei steht der Faschismus der Demokratie, die das Volk mit dem größten Individuenzahl gleichstellt und es auf dieser Niveau herabsetzt entgegen. Jedoch ist er die reinste Form der Demokratie, wenigstens wenn das Volk so eingeordnet ist wie es sein soll, auf qualitativ- und nicht quantitativerweise, wenn er die mächtigste weil die moralischste Idee bedeutet, die auch die angewachseste, die rechteste ist, die das Volk als Bewußtsein und Willen einer kleinen Zahl oder sogar eines einzelnen gleich wie ein Ideal, daß sich in dem Bewußtsein und dem Willen von allen erfüllt, verkörpert." Faschistische Doktrin.

Außerdem, die soziale Einrichtung des Faschismus, sowie die des Antifaschismus, gründet sich hauptsächlich auf die soziale Ausgleichung:

"Die Solidarität der verschiedenen Produktionsfaktoren findet seinen konkreten Ausdruck in dem kollektiven Arbeitsvertrag, mit der Ausgleichung der gegengestellten Interessen der Arbeitgebern und der Arbeitern erhalten, und ihre Unterordnung an den höheren Interesse der Produktion erhalten." Arbeitscharta vom faschistischen Rat beigestimmt 1927.

So wie es man sieht, zum Hitlers oder Mussolinis Nationalsozialismus, entspricht Strich für Strich der nationale Sozialismus den populären Fronten! Da es immer die kapitalistische Gesellschaft ist, die sie alle zu einrichten und zu verwalten vorschlagen, ist es kein Wunder, abgesehen von ihrer eigenen Demagogie, daß ihre Programme sich gleichen. Es kann ja sonst nicht anders sein, weil sowie wir es gesehen haben, sind die sozialen Organisationsformen (verschiedene Formen, die die bürgerliche Herrschaft nimmt) keine willkürliche Sachen, die dem Willen nach abänderlich sind, im Gegenteil sind sie von der Produktionsverhältnisse und Klassenverhältnisse bestimmt.

Die Bürgeralternative Faschismus/Antifaschismus hat also keine historische Bedeutung, weil diese Wörter keine zwei verschiedene Klassengesellschaften vorstellen. Der Übergang von einen zu den anderen enthält keinen Umsturz der Herrschaft einer Klasse durch die andere.

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Und was sich heute vorspielt, durch die Wiedererscheinung dieser "alten" Debatte, ist vor allem die Notwendigkeit, für die Bourgeoisie, die mit dem Wiederauftauchen der Arbeiterkämpfen beschäftigt ist, die Demokratie zu verstärken und zu blenden. Und ob diese Verstärkung/Blendung mit der Hilfe eines faschistischen Vorbildes oder des antifaschistischen populären Front-Vorbildes, oder sogar eine Abwechslung der beiden ist (siehe die Lage in Chile in den achtzigen Jahren), sich erfüllt; was für das Kapital ursprünglich ist, das ist wie in der Vergangenheit sein staatlichen Terror zu entwickeln, und zugleich die Verwirklichung die Wiedererschaffung einer neuen nationalen Einheit zu wagen, um seine Lösung zu der Krise vorzubereiten: d.h. der verallgemeinerte Krieg.

Faschismus und Antifaschismus setzen sich von vornherein auf das Feld der bürgerlichen Herrschaft, der Aufrechthaltung der kapitalistischen Diktatur und seines Staates. Es ist gewiß, daß diese kommunistischen "Unleugbarkeiten" mit allen Vorurteilen in Reibung kommen. Aber diese bürgerlichen Alternativen bleiben immer eine klassische Waffe der Bourgeoisie.

Erinnern wir uns, daß im Laufe des 1914-18 Krieges die sogenannte Zimmerwaldlinke mit Lenin an ihrer Spitze gegen die bürgerliche "Alternative" -Krieg oder Friede- kämpfen muß;te. Lenin und die Genossen, die sich in dem "Vorbote" (zwei Nummer 1916) ausdrückten, waren die Wortführer der kommunistischen Stellungen aber nicht dieser der Linksozialdemokratie, welche genau diese Auffassung selbst immer entwickelt, um unsere Klassenbrüche zu verneinen. In dieser Zeit hat Lenin wie die Pest die Idee geflohen, ein Bündnis mit den Pazifisten zu schließen (Standpunkt, der noch heute grundsätzlich bleibt).

Der Krieg und der Frieden sind mit dem Kapitalismus unauflösbar verbunden, und es gibt für das Proletariat keine andere wirkliche Alternative als Krieg oder Revolution. Die Aufnahme von pazifistischen "Antikrieg" Aufrufswörter kann dem Kampf für die Umgestaltung des imperialistischen Krieges in zivilen Krieg nur durchkreuzen, und kann das revolutionäre Proletariat nur in das bürgerliche System, das des Friedens... der Gräbern, einsperren.

Gleicherweise hatte die Aufnahme von antifaschistischen Parolen bis jetzt nur als Ergebnis, das Proletariat an einer Fraktion der Bourgeoisie, die es mit ihr in das Blutbad der imperialistischen Kriegen mitreißt, anzufesseln. Es handelt sich nicht für uns vor diesem bürgerlichen Dilemma Faschismus/Antifaschismus gleichgültig zu bleiben, wohl aber zu zeigen was das einzige kommunistische Klasseantwort ist; die gewaltige Zerstörung von dem was Faschismus und Antifaschismus gemein haben: die Verteidigung der bürgerlichen Ordnung und die Diktatur des Kapitals.

Wir sehen also, daß sobald man uns von Frieden, generales Interesse, und von der Verteidigung der Nation spricht, es sich hier ausschließlich nur um die Interesse der Bourgeoisie handelt. Die Bourgeoisie achtet ständig diese Interessen, respektieren zu lassen und sogar von der gesamten "Bevölkerung" verteidigen zu lassen.

Heute wie gestern, versucht die Bourgeoisie das Proletariat mit bürgerlichen Alternativen sowie Faschismus/Antifaschismus, Krieg/Frieden, Rassismus/Antirassismus... zu unterhalten, weil sein System und sogar auch wenn es von seinen eigenen Widersprüchen (seine Krise) erschüttert wird, eine immerwährende Verstärkung/Reinigung seiner Demokratie, seiner Diktatur, seiner staatlichen Kraft braucht, sei es mit der Entwicklung seiner potentiellen oder zwangsläufigen Gewalt. Heute wie gestern, ist die einzige wirkliche Alternative, die die eine Zukunft für die Menschlichkeit trägt, der Diktatur des Kapitals die Diktatur des Proletariats entgegenzusetzen.

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Wir haben in diesem Text versucht, die materiellen Basis des Verständnis der Demokratie, die durch ihr organische Bündnis mit der Ware, nach seiner vollen Entwicklung innerhalb und mit der Diktatur des Kapitals strebt, aufzulegen.

Die programmatischen Nachfolgen dieser Behauptung sind mehrfälltig:

1- Daß das Proletariat in seinem Kampf, um sich als letzte ausgebeutete Klasse der Geschichte zu verneinen, nötigerweise den bürgerliche Staat bekämpfen und es gewaltsam zerstören muß, unabhängig von den Gewaltsformen, die den bürgerliche Staat mehr oder weniger anschlaglicherweise oder tarnischerweise ausübt.

2- Daß sein Kampf, der schon die Gesellschaft ohne Klassen in sich trägt, auf keiner Weise, die Demokratie zu erobern oder zu verwirklichen zielt, aber im Gegenteil von unten bis oben sie zerstören muß.

3- Daß die Methoden des Arbeiterkampfes selbst -Die direkte Aktion, der wilde Streik, der bewaffnete Kampf, der revolutionäre Terrorismus, der Aufstand, die Diktatur des Proletariats... -allem Demokratismus den Rücken zeigen, weil sie sich auf die Stärke einer kämpfenden Klasse und nicht auf dieses oder jeniges Rechtes, Mehrheit... oder jenes demokratischen Kuntsgriffs, gründen.

Wie die praktische Erfahrung selbst der Arbeiterklasse es uns bewiesen hat:

"Die theoretische Kritik der Demokratie und des bürgerliches Liberalismus erreicht seiner höheren Punkt, mit der Ausweisung durch die bewaffneten Arbeitern, dieses Haufes von Halunken, die Mitglieder der konstituanten Versammlung, die demokratisch erwählt wurde." Bordiga, "Lenin auf dem Weg der Revolution".

Fußnote

1. Die kapitalistische Barbarei erreichte die Schreckenspitzen, die keine andere Produktionsweise in der gesamten Geschichte der Humanität in Aussicht gestell hatte. Sei es die zehne Millionen in die imperialistischen Kriege ermordete Proletarier, sei es die systematische Massaker von gesamten Bevolkerungen durch Hungersnote und andere "naturelle" (für den Kapitalismus) Katastrophen, sei es...

2. Wir schreiben "Anarchismus" mit Anführungszeichen, weil viele Revolutionäre die Fahne der Anarchie in unseren Kampfgeschichte benutzt haben. Aber die Grenze zwischen Revolution und Konterrevolution begründet wohl die Grundlage und wesentliche Trennung zwischen der Welt der Lohnarbeit und dem Kommunismus, und überhaupt nicht irgendeiner Bezeichnungsformalismus, wo die Fahne der eine in einem Lager und die Andere in dem anderen Lager mechanisch einreihen wurde. Weder die Etikett noch die Fahne kann eine Garantie einer wirklichen revolutionären Praxis sein.

3. Siehe das "Manifest der kommunistischen Partei", "der Bürgerkrieg in Frankreich", "der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats", "die Jüdensache", "die heilige Familie", "Kritische Randglossen zu dem Artikel «Der König von Preußen und die Sozialreform. Von einem Preußen»".

4. Noch ein Paradox der Klassengesellschaften, in der der getrennte von seine Produktion und selbst von sein Wesen Mensch "Individuum" (= unteilbar!) gerufen ist, während er alle die Trennungen in sich konzentriert.

5. Versuch, weil das Proletariat eine Tendenz aufweist sich als Klasse, als autonome Kraft, als Partei sich wieder zu konstituieren: "Diese Organisation der Proletarier zur Klasse, und damit zur politischen Partei, wird jeden Augenblick wieder gesprengt durch die Konkurrenz unter den Arbeitern selbst. Aber sie ersteht immer, stärker, fester, mächtiger." Marx "Manifest der kommunistischen Partei".

6. Die Gesamtheit der Regierungsformen der Gesellschaft, die mannigfältig von eine nach Art republikanischer Diktatur, von eine Regime mit strenger Trennung der "drei Gewalten" -gesetzgebend, ausübend, gerichtlich-, sowie Faschismus, Stalinismus, Peronismus, Monarchismus, Franquismus,... sich entfernen, werden von den Kommunisten als Gattungsname Bonapartismus karakterisieren.

7. Von Marx in "Kritik des Gothaer Programmentwurfs" kritisiert: "Die deutsche Arbeiterpartei [...] statt die bestehendes Gesellschaft [...] als «Grundlage» des bestehenden Staats (oder künftigen, für künftige Gesellschaft) zu behandeln, den Staat vielmehr als ein selbständiges Wesen behandelt, das seine eignen «geistigen, sittlichen, freiheitlichen Grundlagen» besitz."



Arbeitsdenkschrift

"Jüdische Arbeiter, Kameraden"

(1943)

* * *

Die Spuren der Lehren die die Kommunisten aus unserem historischen Kampf gezogen haben, sind selten und kostbar. Auch die Bourgeoisie ist des Wertes dieser Materialien der Vergangenheit bewußt und entwickelt eine riesengroße Energie, um unsere Arbeitsdenkschrift zu verdunkeln, um unsere alten Genossen zu verleumdern, um ihre Kämpfe zu entstellen, um ihre Presse zu zerstören...

Im Rahmen der Wiederaneignung unserer eigenen Klassenvergangenheit stellen wir die von unserer Gruppe auf deutsch gemachte Übersetzung eines Flugblattes aus jiddisch vor, aber in lateinischem Alphabet gedruckt. Dieses Flugblatt wurde von "Den revolutionären Kommunisten" unterschrieben und am 1.ste Mai 1943 in Südfrankreich verbreitet.

Die wenigen Informationen, die wir über diese Gruppe und ihres Dokument besitzen, rühren von mehreren Quellen her:

* Zuerst haben wir die französiche Übersetzung dieses Flugblattes im Maurice Rajfus Buch herausgefunden: "L'an prochain la révolution. Les communistes juifs immigrés dans la tourmente stalinienne. 1930-1945." (Editions Mazarine, Paris 1985). Auf deutsch: "Nächstes Jahr, die Revolution. Die im stalinistische Sturm einwanderten jüdischen Kommunisten. 1930-1945." Lest ihr den einzigen Kommentar dieses Historikers über dieses Flugblatt:

"Jenseits der Terminologie und der von der "Dritten Periode" der Komintern nachbildeten Schlagwörter, stellt dieses Flugblatt ein merkwürdiges Dokument dar, weil es das unbedingte Vertrauen zu den "großen Alliierten" zerbricht."

* Dann unsere Forschungen auf die Spuren der kommunistischen Minderheiten während dieser Zerstörungsperiode des Proletariats haben uns gebracht, die historische Flugbahn der Gruppe, die dieses Dokument unserer Klasse erzeugt hat, genauer zu untersuchen. Das Flugblatt, "Jüdische Arbeiter, Kameraden", das wir hier vorstellen, wurde von in der RKD Gruppe ("Revolutionäre Kommunisten Deutschlands") organisierten kommunistischen Militanten geschrieben, veröffentlicht und verbreitet.

Es gibt eine organisatorische und programmatische Verbindung der Kommunisten in Mitteleuropa, die zur Bildung der RKD hinführen wird und deren Zusammenfassung interessant ist.

1935 in Österreich gründen mehrere Militantengruppen der Jugend der KPÖ ("Kommunistische Partei Österreich") eine Fraktion, so daß sie mit der KPÖ schnell zerbricht und sich unter den Namen RKÖ ("Revolutionäre Kommunisten Österreichs") autonom organisiert. 1936-37 veröffentlichen die RKÖ das Organ "Bolschewik", dessen Spruch ist: "Der Feind steht im eigenen Land!". Ihr Kampf vertritt eine unbestreitbare Referenz für zahlreiche Militanten, die, wie sie, sich in einem Bruchprozeß mit der trotzkisten Strömung, insbesondere mit der "Bolschewiki-Leninisten" Gruppe einschreiben. Von 1937 bis 1938 zeigen sich die RKÖ sehr kritisch der trotzkisten Strömung gegenüber und bestätigen ihren internationalistischen Charakter in der Zeitschrift "Der einzige Weg", die sie gemeinsam mit Revolutionären in der Schweiz und in der Tschechoslowakei veröffentlichen.

1938 zwingt die Unterdrückung sie in Westeuropa zu Verbannung. Sie nähern sich dann den Positionen des RWL ("Revolutionary Workers League") in den USA, der sich offen gegen die trotzkiste Strömung aber für den revolutionären Defätismus während des kampfes unserer Klasse in Spanien entschließt. Sie veröffentlichen dann einige Broschüren, die "Juniusbriefe".

1939 und 1940 in Antwerpen in Belgien veröffentlichen die RKÖ die Zeitschrift "Der Marxist", und in Frankreich "Oppositionell Bulletin". Sie gründen um 1941 ein Bruchpol für einige deutschen trotzkisten Militanten in der Verbannung. Sie nehmen dann den Namen RKD ("Revolutionäre Kommunisten Deutschlands") anstatt RKÖ.

1941 ist die RKD hauptsächlich nach Südfrankreich gezogen, wo sie wirksam ist und trotz der Verbannung, der Heimlichkeit und der Unterdrückung regelmäßig ihre Presse veröffentlichen: "RK-Bulletin" von 1941 bis 1943 und "Spartakus" von 1943 bis 1945. Die Analysen, die in ihre Presse enthalten sind, zeigen eine Verstärkung der internationalistischen Positionen. Außer ihrer regelmäßiger Presse haben die RKD von 1942 bis 1944 zehn internationalistische Flugblätter (in deutsche, jiddische, französisch und italienische Sprache) in höchsten gefährlichen Umständen verbreitet. "Spartakus" April 1945 enthält einen "Ruf der revolutionären Kommunisten Deutschlands zum deutschen Proletariat", dessen wir hier einige starken auszüge geben (1):

"Vergeßt ihr nicht, der Kapitalismus hat Hitler an die Macht gelegt. Der Kapitalismus hat den neuen Weltkrieg verursacht... Trotz ihrer imperialistischen Gegensätze sind die Ausbeuter aller Länder gegen die "Gefahr" der proletarischen Revolution vereinigt, die für sie ein sterblicher Gefahr ist...

Die Alliierten und russischen Kapitalisten eilen zu Hilfe der deutschen Bourgeoisie gegen das deutsche Proletariat. Die russischen Kapitalisten mit Stalin an ihre Spitze erwürgen alle revolutionäre Bewegung. Sie haben schon vorher bei ihnen die proletarischen und revolutionären Oktobereroberungen von 1917 liquidiert. Die Kommunisten in Rußland sind eingesperrt und erschossen worden. Das Proletariat ist, wie bei uns, in Sklaverei reduziert worden.

So ist es logisch, daß die Massenmörder der russischen Revolution ihre Väter und ihre Söhne, ihre Männer und ihre Brüder jetzt deportieren, um sie zur Zwangsarbeit zu verpflichten. Sie verbieten ihre eigenen Soldaten mit euch zu sprechen, sie verleumdern euch unter dem Vorwand, ihr seid "Nazis", denn sie befürchten und wollen um jeden Preis die Verbrüderung zwischen deutschen und russischen Arbeitern hindern.

Andererseits haben sie den Frieden mit einem Teil der deutschen Kapitalisten und Krautjunker, mit dem Nazi Marschall von Paulus gemacht. Sie verlassen sich auf die von ihnen begnadigten Nazibonzen und SS Henker. Nur das deutsche und russische Proletariat sollten ihrer Meinung nach sich hassen und einander umbringen, während die Herren Kapitalisten sich bereichern: so ist Hitlers, Stalins, Churchills... Wille.

Die englische, amerikanische und französische Bourgeoisie handelt nicht anders."

Die kommunistische Positionen bestätigen bedeutet auch sich von seinen Feinden abzugrenzen:

"Wir sind weder Sozialdemokraten noch Stalinisten noch Trotzkisten. Die Ansehenfragen interessieren uns nicht. Wir sind Kommunisten, revolutionären Spartakisten."

1942 in Frankreich bilden sich CR, "Communistes Révolutionnaires", die 1943 und 1944, in der Zeitschrift "Fraternisation prolétarienne" ("Proletarische Verbrüderung") gleichartige Positionen zu diesen der RKD verteidigen. Die organisatorische Autonomie beider Gruppe verhinderte nicht ihre Kräfte gegen das Kapital zu vereinigen. Versammlungen, Diskussionen, Debatte, usw., werden immer gemeinsam aber heimlich organisiert. Zusammen schaffen sie eine internationale Kommission und veröffentlichen sie ein Organ: "Die Internationale".

1944 ist die OCR, "Organisation Communiste Révolutionnaire", geschaffen und sie veröffentlicht zwei Organe gemeinsam mit den CR: "Revolutionäre Kommunistische Versammlung" und "Arbeitsmacht". 1944 und 1945 veröffentlicht die RKD gemeinsam mit der OCR: "Vierte Kommunistische Internationale". Während der 40 Jahre gibt es also ein revolutionäres Einflußbereich, worin diese drei Gruppen: CR, OCR und RKD ihre programmatischen Positionen in Gegenüberstellung/Abgrenzung mit den Bordigisten, die "Anarchisten", die Conseillisten und die Linkstrotzkisten läutern.

1945 wurde die Unterdrückung mit den RKD-Militanten endlich fertig, die durch die Grenzen, die politische Familien, die Unterdrückung und die Entmutigung hindurchgedrungen sind, um immer stärker unseres kommunistische Programms zu bestätigen.

Diese Gruppen von kommunistischen Militanten haben von Brüchen nach Brüchen eine Klassentätigkeit entwickelt, trotz der verlängerten Isolierung und der Unterdrückung in den schwärzsten Jahren der Konterrevolution, in den Jahren 30 und 40. Ihre Tätigkeit ist ein programmatische Wiederaufbauwerk gewesen nach der Niederlage der Kampfwelle 17-23. Zu dieser Zeit mußten sie gegen zahlreiche sogenannte kommunistische Fraktionen Widerstand leisten, die in den zentristen (trotzkisten oder bordigisten) Oppositionen versunken waren und in der Problematik der Unterstützung und der Unterwerfung an der UdSSR Politik eingeschlossen waren. Die UdSSR hat ihre Herrschaft auf die Niederlage der Revolution und auf die Berichtigung der "Kommunistischen Internationale" gesetzt, welche, vom Anfang an durch die Konterrevolution verdorben, eine ihrer Lanzenspitze sehr schnell geworden ist. Sie mussten sich dem geschichtlichen Prozeß der Konterrevolution zu widersetzen!

In diesem Rahmen und gegen den Strom haben diese Gruppen das Folgende zu gleicher Zeit gemacht:

* die notwendige Bilanz der revolutionären Kämpfe der Jahre 1917-23 (2), was sie durch ihre zahlreiche Brüche geführt hat, die Organisation...

* ... der revolutionären Defätismus zu übernehmen, besonders durch die Ausbreitung in mehrere Sprachen und in mehrere Länder von Aufrufen für die Entwicklung und die Vereinigung des Kampfes gegen den Krieg. Diese Aufrufe enthielten deutliche Erklärungen der Solidarität aller bürgerlichen Fraktionen und aller Vaterländer gegen das Proletariat und brachten mit der einzigen und weltweiten Interesse des Proletariats übereinstimmende organische Schlagwörter vorwärts.

* die Arbeit, um die revolutionären Kräfte zu gruppieren und zentralisieren.

Gegen in dieser Zeit ultrabeherrschenden Stalinismus, haben sich Tausende von Proletarier zum Trotzkismus gewandt, um ihren Kampf gegen die Bourgeoisie zu strukturieren. Wenn der Trotzkismus das bürgerliche reformistische Programm in Bausch und Bogen verteidigt, bestand die trotzkiste Strömung auch aus zahlreichen kämpferischen Proletarier, die mit dem Stalinismus teilweise abgebrochen hatten (die Erfahrung der Revolution und der Konterrevolution in Spanien ist in diesem Sinn für uns wertvoll). Die kommunistische Bewegung, welche die ganze bürgerliche Gesellschaft durchquert, hat diejenigen zusammengesucht, die nicht stehengeblieben sind und die, mit dem Trotzkismus, Ausdruck der zentristen Konterrevolution brechend, auf internationalistische Klassenpositionen angekommen sind. Die RKD vertreten ein Beispiel dieser kommunistischen Strömung. Zuerst innerhalb der trotzkisten Linksopposition organisiert, werden diese "Revolutionären Kommunisten" die Überbringer der revolutionären Grundsätze sein, die ganz und gar mit der trotzkisten Strömung abbrechen. Die ganze Kraft und Klarheit ihres Bruches, sowie diese der CR und der zukünftigen OCR, wird sein, von der Notwendigkeit an, deutlich sich hinsichtlich des Krieges aufzustellen, ihre ganze eigene Flugbahn in Frage zu stellen und davon die programmatischen Lehre zu ziehen.

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Die RKD Genossen, die dieses Flugblatt unterschreiben, das um proletarisches Solidarität und um revolutionären Defätismus gegen alle bürgerlichen Lager ruft, gehören also zu dieser kleinen Militantminderheit, die sich, von Brüchen nach Brüchen, wie eine der seltenen Militantorganisationen wieder zurechtgefunden hat, den revolutionären Defätismus als lebendige Verwirklichung des Internationalismus des Proletariats zu behaupten. Die gegenwärtigen und zukünftigen Militanten haben aus ihrer Tätigkeit viel zu lernen.

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Wir betrachten die Wiederveröffentlichkeit dieses Dokumentes für verschiedene Gründe als höhere Wichtigkeit.

Obwohl es sich an "jüdische" Proletarier wendet, die sich hauptsächlich in jiddische ausdrückten, ist es ein seltenes Dokument, das die jüdische Eigentümlichkeit überholt und kritisiert. Sich selbst pro- oder anti-jüdisch, pro- oder antisionistisch, pro- oder anti-Israel zu bestimmen, ist immer eine rassistische, konterrevolutionäre Haltung. Das bedeutet, sich einer bürgerlichen Polarisation zu fügen. Der folgende Absatz des Flugblattes besitzt eine Klarheit und ein Subversivität, die heute noch ihre ganze Kraft behält:

"Jüdische Arbeiter, Genossen, wo ist euer Platz?
Mit der jüdischen Bourgeoisie? Sie haben euch immer gehaßt und verratet. Sie ziehen aus dem Krieg Vorteile, während ihr Blut vergossen wird. Sie sind immer mit den nicht-jüdischen Kapitalisten vereinigt."

Wir denken nicht, daß die "jüdische" Bourgeoisie je die "jüdischen" Arbeiter "verratet" hat... sie gehört niemals ihrer Seite an. Solche Formulierung benutzen entkräftet den internationalistischen Vorsatz des Flugblattes.

Das Proletariat ist weder jüdisch noch französisch noch deutsch noch amerikanisch noch chinesisch. Es ist eine Weltklasse mit identischen Interessen: die kommunistische Revolution für die Ankunft einer menschlichen Gesellschaft. Es ist eine Klasse, die dieselbe Ausbeutung von einer einzige Weltklasse, die Bourgeoisie erträgt. Diese Bourgeoisie zerteilt sich in Tausenden auf den Markt unserer Ausbeutung konkurrierenden Gesichter, aber im Grunde hat sie überall dieselben Interesse: das Fortbestehen des Kapitalismus. Dieses Realität im Jahre 1943 wieder behaupten besitzt eine Kraft, die man hervorheben muß.

Die Ideologie des "jüdischen Volkes" kritisieren ist sehr wichtig für verschiedene Gründe. Die Ideologie der jüdischen Verfolgung ist sehr strukturierend während aber vor allem nach dem Krieg im Vergleiche mit zwei Achsen gewesen:

* eine Rechtfertigung für die Errichtung eines jüdischen Staats, Gendarms in der Gegend vom Mittlerem Osten, schaffen;

* die bürgerliche Faschismus/Anti-Faschismus Polarisation (den Text darüber in demselben Zeitschrift sehen) schaffen und verstärken. Diese Polarisation schließt noch heute viele proletarische Reaktionen auf dieses bürgerliches Gebiet ein. Das ist noch ein harter Schlag in den Händen der Bourgeoisie.

Nur Klassenpositionen erlauben den Kommunisten diesen anti-proletarischen, religiös-soziologisch-historischen Kram zu überschreiten und zu überschreiten/leugnen.

Sich entscheiden, dieses Flugblatt heute wiederzuveröffentlichen ist auch an der invarianten Verteidigung der historischen Position der Kommunisten, dem Internationalismus teilzunehmen. Dieses Flugblatt entspricht deutlich unserem Klassengebiet des Kampfes gegen die Nationen und gegen die Vaterländer... gegen das Kapital und all seine Kriege. Das Schlagwort: "Nie wieder Volk gegen Volk, sondern Klasse gegen Klasse" ist ein kommunistisches Schlagwort. Die Stalinisten haben es verdreht und benutzt, um die Verwirrung innerhalb des Proletariats noch zu vermehren. Die bürgerliche stalinistische Fraktion beförderte den Rassismus und den Nationalismus unter dem Deckmantel des Anti-National-Sozialismus... nach Art des stalinistische Dichters Ilya Ehrenburg, der im Laufe des ganzen Krieges vor unausberen Anrufen zu Morden und Vergewaltigungen geiserte, deren wir ihnen einige Auszüge hierunter liefern:

"Wir sagen nicht mehr guten Tag oder gute Nacht! Am Morgen sagen wir: 'erschieße den Deutschen'; und am Abend: 'erschieße den Deutschen (...) schlag den Deutschen nieder'! Das ist das Gebet, das deine alte Mutter an dich schickt (...) Zerbricht mit Gewalt den rassischen Hochmut der germanischen Frauen. Nehmt sie wie einen legitimen Beute. Tötet, tötet, mutige Soldaten der roten Armee (...)!"

Das von den RKD Militanten wiederangeeignetes Schlagwortes 1943 "Nie wieder Volk gegen Volk, sondern Klasse gegen Klasse", ist also nicht nur, dem Historiker Rajfus Meinung nach, ein "auf die 'Dritte Periode' der Komintern nachgebildetes Schlagwort" sondern ein Ausdruck des Kampfes des Proletariats, das seinen Kampf auf sein Gebiet, den Internationalismus, zu zwingen versucht!

Das Proletariat ist von der faschistischen/anti-faschistischen Polarisation zerstört worden. Zehnten von Millionen Proletarier sind auf den Seiten des Faschismus und des stalinistische, sozialdemokratischen, "anarchistischen", christlichen, usw., Anti-Faschismus angeworben und verschlungen worden. Seit der Niederlage der Revolution (gegen 1923), hat diese Polarisation die Massenvernichtung des Proletariats in den Jahren 1938-48 vorbereitet.

Die RKD Strömung hat die programmatische Erbschaft der Kommunisten während der Kampfwelle 1917-23 fortzupflanzen versucht. Um unseren Vorsatz zu illustrieren, nennen wir einen in Mai 1919 "Anrufen der (sogenannten makhnovistischen) aufständischen Armee". Dieser Ruf gehörte zu dem unversöhnlichen Kampf unserer Genossen in der Ukraine gegen die Judenhetze und für den internationalistischen Kampf:

"Wir müssen überall verkünden, daß unsere Feinde die Ausbeuter und die Unterdrücker aller Nationalitäten sind: der russische Fabrikant, der deutsche Hüttenbesitzer, der jüdische Bankier, der polnische Grundeigentümern... Die Bourgeoisie aller Länder und aller Nationalitäten hat sich für einen grimmigen Kampf gegen die Revolution gegen die Arbeitermassen der ganzen Welt und aller Nationalitäten vereinigt." Peter Archinoffs "Geschichte der makhnovistischen Bewegung" 1921.

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Wenn wir die starken Punkte dieses Flugblatts hervorgehoben haben, muß man feststellen, daß es auch entweder Verwirrungen oder Schwächen besteht, die wir kritisieren müssen, um die militanten Brüche unserer Klasse zu verstärken. Zeigen wir eine um anzufangen: "Die SS sind, für sie wie für uns, der Hauptfeind". Unser Hauptfeind, unser einziger Feind ist das Kapital und alle konkurrierenden Fraktionen, die es stützen. In Frankreich sind es die SS nicht, sondern die französichen Polizei und Gendarmerie, die das Wichtigste der Unterdrückung während der Kriegsjahren übergenommen haben. Diese bürgerlichen bewaffneten Truppen sind außerdem von Stalinisten geholfen worden, die manche unsere Genossen sofort getötet oder an die Gestapo denunziert haben. Mit der Ideologie des Hauptfeindes muß man das Bestehen sekundärer Feinde und also verschiedene proletarische Antworten nach den Umständen... verstehen, was bedeuten sollte, ein Minimumwiderstandsprogramm und ein Maximumprogramm für nach der Revolution zu beschreiben!

Gegen diese Ideologie der sekundären Feinde und Hauptfeinde hat das Proletariat das Schlagwort "der Feind steht im eigenen Land, er ist unsere eigene Bourgeoisie!" hervorgehoben. Die Position der Revolutionären dem kapitalistischen Kriege gegenüber ist immer dieselbe: dem Kriege die soziale Revolution gegenüberstellen, gegen "seine eigene" Bourgeoisie und gegen "seinen eigenen" nationalen Staat kämpfen. Historisch nennt sich diese Position revolutionären Defätismus, weil sie offen verkündet, daß das Proletariat gegen den feind kämpfen muß, der ihm in "seinem eigenem" Land die Stirn bietet; daß es handeln muß, um seine Niederlage zu verursachen und daß es an der revolutionären Einigung des Weltproletariats nur so teilnimmt, daß die proletarische Revolution sich in der Welt nur so entwickelt (3).

Eine andere Position des Flugblattes scheint uns Problem zu stellen, das ist das Schlußschlagwort des "Friedens!". Von welchem Frieden sprechen diese Militanten? Es gibt keinen Frieden in sich. Die Bourgeoisie legt den sozialen Frieden durch das verallgemeinerte Blutbad der Proletarier und die Zerstörung unserer Klassenkräfte auf. Wir wissen, daß der Kapitalsfrieden die Fortsetzung seines Krieges gegen unsere Interessen, gegen unser Leben selbst, gegen unseren sozialen Entwurf der Revolution ist. Um die Massenmorde, die Deportation, usw. aufzuhalten, wird das Proletariat seinen Klassenkrieg intensiver machen, die Welt umwälzen, die von der Bourgeoisie personifizierte Macht des Geldes und des Terrors niederschlagen müssen. Das Proletariat ist gegenüber dem bürgerlichen Terror gezwungen, seinen eigenen Terror zu benutzen. Aber er kämpft historisch, um die Abschaffung jedes Terrors, jedes Staates...

Im allgemeinen ist das Schlagwort "Brot, Frieden und Freiheit" ein Schlagwort der Sozialdemokratie. Aber wenn die Bourgeoisie sich unter dem Wort "Frieden" versteckt, haben sich proletarische Interessen unter dem Schlagwort "Brot und Freiheit" tatsächlich ausgedrückt. In zahlreichen Länder haben proletarische Kämpfe diese Fahne oft geschwungen. In unserer historischen Anstrengung, um unser revolutionäres Programm zu erklären, ist es hauptsächlich, sich deutlich von seinen Feinden zu unterscheiden und ihrer politischen und auflösenden Demagogie genaue Schlagwörter gegenüberzustellen, die unserem Kampf eine Richtung gibt.

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In einer Zeit totaler Vernichtung dieser revolutionären Welle, in voller Periode intensives weißes Terror, zeigen uns unsere RKD Genossen, daß das Proletariat in den Kriegsjahren 1938-45 die bürgerliche Welt mit dem Kommunismus herausforderte.

Diese "Revolutionäre Kommunistengruppe", Ausdruck der kommunistischen Avantgarde geschweige denn daß sie sich entmutigen und den Kampf im Stich ließ, gibt unserem historischen Kampf deutliche Perspektiven, die heute immer noch gültig sind. Wenn diese Periode in Bausch und Bogen eine Niederlage- und Vernichtungsperiode für das Proletariat ist, finden wir im Laufe der Jahre Spuren des Ultraminderheitskampfes der Kommunisten.

Genossen, lest ihr dieses von der Leidenschaft des Kommunismus brennende Flugblatt! Genossen, wenn ihr ergänzende Informationen über diese Gruppe und im allgemeinen über jeden Ausdruck unseres Kampfes während und nach der Periode 1939-48, läßt ihr uns es wissen.

Gegen den Amnesie, womit die Bourgeoisie uns belegen möchte, nehmen wir in die Wiederaneignung unseres Klassengedächtnisses teil!

Fußnote

1. Wir besitzen das originale Dokument nicht. Wir haben also eine französische Übersetzung dieses selbstverständlich in die deutsche Sprache geschriebenes Textes wieder ins Deutsche übersetzt! Wenn Genossen die Dokumenten der RKD in ihrer Originalsprache besäßen, wäre es interessant die zirkulieren zu lassen. Wir würden so die Spuren unserer Vorgänger in der Geschichte der Revolution wiederfinden.

2. Der in "Dem Proletarier" erschiene Text der OCR 1946 "Revolution und Konterrevolution in Rußland", den wir auf französisch in "Le Communiste" Nr28 (Dezember 1988) veröffentlicht haben, bezeichnet einen unschätzbaren Beitrag für das Verständnis des Prozesses der programmatischen Wiederaneignung des Proletariats in Rußland, während der Kampfwelle 17-23, die von den höchsten Kampftaten und von den Bruchmängel bezeichnet wurde, welche ihre tragischen Auswirkungen erklären. Dieser Text gründet einen Richtpunkt in der internationalistischen, klassistischen und militanten Kritik dieser riesigen und furchtbaren Erfahrung revolutionärer Konfrontationen unserer Klasse. Eine Vorstellung der Aktivität der OCR in Frankreich in den Jahren '40 geht diesem Text vorher.

3. Für eine wichtigere Entwicklung dieser zentralen Frage weisen wir den Leser auf unseren Text "Invarianz der Position des revolutionären Defätismus dem Kriege gegenüber. Die Bedeutung des revolutionären Defätismus" hin. Dieser Text wurde in unserer zentralen Zeitschrift auf französisch "Communisme" Nr49 und auf spanisch "Comunismo" Nr44 1999 veröffentlicht.


Jüdische Arbeiter, Genossen

Der erste Mai ist der Tag des internationalen Proletariats, der Tag der proletarischen Verbrüderung. Der neue Weltkrieg dauert schon seit vier Jahre. Dieser Krieg geht nicht soviel die Reichen an aber die Armen sind die wirklichen Opfer. Ihr seid verfolgt, mißhandelt, ausgebeutet und vernichtet.

Klasse gegen Klasse

Der internationale Kapitalismus braucht fortdauernd frisches Kanonenfutter, billige Arbeitskraft. Die französichen, deutschen, polnischen, italienischen, tschechischen und soviele anderen Arbeiter sind wie uns Juden unterdrückt. In Afrika, in Amerika, in Rußland, sind, Gläubiger oder Ungläubiger, Lateiner, Araber, Schwarzer, Gelber, Weißer Arbeiter durch ihre eigenen Unterdrücker zerstossen. Überall in der Welt hat der Imperialismus die Proletarier in einem unendlichen Konzentrationslager gesperrt.

Wieviele kapitalistische Juden werden deportiert? Keiner. Alle haben Frankreich verlassen. Aber die Masse der jüdischen Proletarier krepieren, zu den Todeslager im plombierten Waggons deportiert. Viele leben in heimlichen Orten ohne Papieren, ohne Geld, von den jüdischen Bourgeoisie und Bürokraten im Stich gelassen.

Klasse gegen Klasse

Kein französicher Kapitalist ist deportiert worden. Kein einziger deutscher oder italienischer Kapitalist ist im östlichen Schlachtfront umgefallen, kein englischer oder amerikanischer Kapitalist ist in der Afrikawüste krepiert.

Alle Proletarier werden von ihren Kapitalisten verkauft und ausgebeutet. Alle Sklaven sind unsere Brüder, alle Kapitalisten und alle Verräter sind unsere Feinde. Nie wieder Volk gegen Volk, sondern Klasse gegen Klasse.

In der Todt Organisation müssen deutsche, jüdische Sklaven und noch viele Anderen arbeiten, von den SS unterdrückt und manchmal von jüdischen Bullen überwacht. Die französichen Polizisten machen Jagd auf französiche Arbeiter. Die Gestapo fahndet deutsche Deserteure und Flüchtlinge. Die GPU erschießt russische Kommunisten. Die englische und amerikanische Polizei wirkt gegen die Streiken in England und Amerika.

Aber die Arbeiter antworten

In Arcachon streiken vierhundert deutsche Arbeiter und ein tausend jüdische Franzosen für eine bessere Ernährung. Zehn Deutsche und fünfundzwanzig Juden werden erschossen aber der Streik geht weiter. Die Deutschen teilen die Nahrung mit den Juden, weil die SS die Austeilung für die Juden verboten haben. Die französichen und ausländischen Arbeiter verstehen sich im Kampf gegen die französichen und deutschen Gendarmerie.

Deutsche Arbeiter desertieren, der blinde Widerstand breitet sich in dem Land aus. Jeden Monat werden tausende und tausende Männer erschossen. In der ganzen Welt gibt es viele Streike und Kämpfe. Der imperialistische Krieg verstellt sich in Bürgerkrieg gegen die kapitalistischen Henker.

Jüdische Arbeiter, Genossen, wo ist euer Platz?

Mit der jüdischen Bourgeoisie? Sie hat euch immer gehaßt und verratet. Sie zieht aus dem Krieg Vorteile, während ihr Blut vergossen wird. Sie ist immer mit der nicht-jüdischen Kapitalisten vereinigt.

Mit welchem Ziel vorschlagen die Zionisten ihnen ein Einvernehmen mit der jüdischen Bourgeoisie für ein «jüdische Land»? Heute sind Churchill, Roosevelt und Goebels auch einverstanden für ein jüdische Land, daß für die jüdische Masse ein neues Konzentrationslager bedeutet. Danke für solches jüdisches Land. Die jüdische Frage kann nur durch die Verbrüderung aller Arbeiter, durch die Revolution in der ganzen Welt aufgelöst werden. Ohne den Sieg der generalisierten proletarischen Revolution, werden die Juden immer verfolgt und ausgebeutet. Euer Platz ist mit der Proletarier der ganzen Welt.

Die Zionistische Bewegung schafft Kolonien, dorthin gehen viele junge Leute aber es gibt kaum Lebensmöglichkeiten für diese Jugend. Wohin geht das für die Jugend bestimmtes Geld? Die UGIF Verband Bürokratie eignet sich widerrechtlich alle Verantwortlichkeit an. Jüdische Jugend, lasse dich von den Zionisten und der jüdische Bürokratie nicht ausbeuten.

Genossen

Denkt an unsere Toten. Denkt an unsere Brüder, die in den Lager warten. Denkt an eure Brüder, Schwester, Männer und Frauen, an eure Gelobten, an eure Kinder, Väter und Mütter, die in den Lager mit Millionen Polen, Tschechen, Russen, Franzosen und Deutschen sind, in die Hölle deportiert. Sie warten auf eure Tat für ihre Befreiung.

Sie haben verstanden, daß wir nur durch die Tat aller Unterdrückten gerettet werden können. Sind unsere Genossen vergeblich gefallen? Könnt ihr unsere Brüder vergessen, die in den Todeslagern sind?

Hofft nichts von Roosevelt, Churchill oder Stalin! Verläßt euch nur auf eure eigenen Kräfte, auf die der revolutionären Proletarier aller Länder.

Glaubt an die nationalistischen Lügner nicht mehr. Die deutschen und italienischen Arbeiter sind Opfer wie wir, sie sind unsere Klassenbrüder. Die SS sind für sie wie für uns der Hauptfeind.

Die Kapitalisten sind gegen uns vereinigt, lassen wir uns gegen sie vereinigen! Wir sind stärker, wir sind die Massen!

Nieder mit dem imperialistischen Krieg!
Nieder mit dem Nationalismus!
Genug mit Pogrome, Gemetzel und Deportierungen!
Es lebe der 1ste Mai, der Tag der internationalen proletarischen Verbrüderung!
Es lebe die neue Arbeiterinternationale!
Vorwärts für die proletarische Weltrevolution!
Frieden! Freiheit! Brot!

1ste Mai 1943. Die revolutionäre Kommunisten.



"Es war einmal ein Strafanstaltprojekt"

Es war das größte Bauprojekt eines Gefängnisses in Deutschland. Auf ein etwa zehn Hektaren Gebiet, durch den pharmazeutischen multinationalen Konzern Merk hoch verseucht, sollte das modernste Gefängnis in Europa gebaut werden: sieben Männer- und zwei Frauensektionen und überall Kameras, die die geringsten Tun und Treiben der Häftlingen kontrollieren.

Die Modulen wurden gebaut, so daß es keine Verbindungsmöglichkeit zwischen den Gefangenen gäbe. Diese Gefangenen, in autonomen Modulen von zwanzig Personen eingeschlossen, sollten von dem ganzen Luxus der neuen Technologien genießen: schalldichte und durch Videokameras kontrollierte Zellen, Verbindungen außerhalb der gemeinen Tätigkeitstunden nur mit Telephon, das Gesamte mit sportlichen Einbauen, gut ausgerüsteten Werkstätten und andere Vergnügene großmütig verziert.

Diese Gruppen, wenn sie sich in dem Gefängnis bewegen würden, dürften sie keinen Kontakt mit den anderen Häftlinge haben, weil diese, entsprechend der Modulerbauungstrategie, total unabhängig voneinander lebten.

Vor der Einziehung in einen dieser Modulen, sollte jeder Gefangener eine psychologische und psychiatrische Tiefkontrolle ertragen, deren Ergebnisse von der Gruppe bestimmt wurde, in die er eingezogen war. Die Vorteilen von denen er Nutzen hätte ziehen können, abwechselnd nach der Gruppe, die er integrieren würde (die Gruppen rangmäßig eingeteilt nach dem vermutlichen Grad von Gefahr und Ungehorsamkeit). Vorbildliches, fleckenloses Weißfarbiges Gefängnis, nach dem Maß der modernen Zeiten sollte es die wissenschaftliche Gruppierung der Individuen bevorbringen und jede Möglichkeit das allgegenwärtige Auge der Wächter zu entrinnen vernichten.

Das Projekt stieß auf viele Hindernisse und besonders auf eine bestimmte Verschweigung der "Grünen", die aber ganz und klar verstanden, daß die moderne Staaten immer mehr moderne Gefängnisse brauchten.

Mit der Zeit nahm das Projekt Gestalt und seine Größe wuchs.

Man fügte Hochsicherheitsektionen für die Frauen hinzu und außerdem dachte man sogar an einen Teil des Gefängnisses für die Flüchtlingen, die auf ihre Ausstössung außerhalb der deutschen Grenzen zu widmen warten.

Während der Nacht des 27. März 1993, sechs Tage vor der Einweihung "dieses menschlichen Strafanstaltsystemsmodells", übersteigt ein Kommando der Roten Armee Fraktion (RAF) die Wände mit Hilfe einiger Leiter, mimmt die elf Wächter des Baues und schließ sie in einen Lieferwagen hundert Meter weiter ein.

Darauf, nach eine vertiefe Durchsuchung des Ortes, um sicher zu sein, daß niemand da blieb, stellt das Kommando 200 Kg Sprengstoff in verschiedenen strategischen Orten und pulverisiert in Staub dieses menschliche Fortschrittsbeispiel.

Ergebnis: die erste Schätzungen sprechen über etwa hundert Millionen Mark materielle Schäden, die zentrale Sektion des Gefängnisses (wo die ganze Kontrolle Elektronik enthalten war) ist total zerstört. Dieses "menschliche Strafanstaltsystemsmodell" muß also noch mehrere Jahre vor seiner Verwirklichung (wenn ihm nicht ein anderes derartiges Unglück gescheht!) warten.

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Der hier vorgestellte Text ist ein Auszug der Zeitschrift "A/Parte", in Barcelona (1) veröffentlicht. Es schien uns unerläßlich diesen Text zu verbreiten, weil er, gegen die Strömung der weltweiten Aktualität der Ausbeutung, der Unterdrückung, der Repression, des Fortschrittes der Gesamtheit der Unterwerfung- und der Zerstörunginstrumenten des Menschengeschlechtes, den Widerstand dieses Menschengeschlechtes, den uralten Kampf gegen den Staat unterstreicht.

Die Werbung einer solchen Aktion hat um so mehr Wert da ein wirklicher Boykott solcher Informationen in der bürgerlichen Presse existiert, d.h., außerhalb Deutschland ist, daß was passiert fast unbekannt und wenn man beobachten kann, daß diese Information sehr wenig in Europa zirkulierte, sie sonst überall ganz und gar unbekannt geblieben ist.

Aber wenn wir, wie irgendwelches würdiges Wesen des Menschengeschlechtes, uns über die Zerstörung der von den Unterdrücker angelegten Folterwerkzeugen und Zerstörungsinstrumenten um ihre Unterdrückung fortzubestehen, erfreuen... bedeutet das überhaupt nicht, daß wir das Programm, die gesamte Praxis der Militanten oder der Organisation, die diese Tat durchgeführt hat, teilen. Gemäß der aktuellen Zerrütungslage des Weltproletariats, der Schwachheit seiner Organisationen, des Nichtvorhandens internationalistischen Kampfstrukturen, was es verhindert seine historische Rolle als Vertreter der Humanität zu übernehmen, muß man nicht erstaunt sein, daß andere soziale und politische Sektoren, mit reformistischen, zentrischen, sogar bürgerlichen Positionen erscheinen und partielle oder pünktliche Staatswiderstandaufgäbe auf sich nehmen. Indem besetzen diese Sektoren momentan den Platz, von dem Proletariat vakant gelassen. Konkret war die RAF, von unserem Gesichtspunkt, keine proletarische und auch keine revolutionäre Organisation, obwohl sie derartige Aktion übernahm und sich gegen die staatliche Unterdrückung in Deutschland setzte. Seine frühere Praxis definierte sie im Gegenteil wie eine Organisation der Behauptung des imperialistischen Krieges, den USA-Block entgegengestellt, und in Bezug auf den UdSSR-Block total zweideutig. Diese Zweideutigkeit hat sie geführt die Mitarbeit mit anderen kapitalistischen Staaten, besonders die Ex-DDR, zu verteidigen (2).

Fußnote

1. Rec Condol N18, 1, 1a, 08003, Barcelona, Spanien.

2. Man muß solche Erklärung tun wegen der Amalgampolitik, durch den kapitalistischen Weltstaat entwickelt und besonders die Sektoren, die Marxisten und Revolutionären (wie der Pseudo revolutionäre Milieu, Battaglia Communista, IKS, usw.) selbst-nennen und die sich unter der terroristischen Kampagne des Staates unter dem Vorwand der anti-Terrorismus unterwerfen.



Lassen der Bourgeoisie den Waffenswahl nicht...

Direkte Aktion und

Internationalismus !

Bei Gelegenheit eines internationales Plakats

* * *

Am 7. März 2001 ist der proletarische Aufstand im Irak zehn Jahre alt. Der 7. März 1991 war vor allem im irakischen Kurdistan der Höhepunkt eines langen aufrührerischen Prozesses, der den ganzen Irak erschütterte und in dessen Verlauf sich das Proletariat gegen den Krieg aussprach und gegen alle die bürgerlichen Kräfte des Gebiets wie geheime Baath-Polizei, Nationalisten, lokale Gemeinderegierungen, Priester aller Religionen... Dieser Kampf zeigte so dem weltweiten Proletariat den einzigen Weg, um für immer die Kriege abzuschaffen.

Seitdem hat die internationale Bourgeoisie alles gemacht, um diese Bewegung zu unterdrücken. Die Nationalisten, Demokraten aller Art, humanitäre Organisationen, die UNO und die Baasisten, die Pazifisten, Priester aller Art... haben die Arbeit, um uns zu unterdrücken, unter sich aufgeteilt. Sie forderten die Entwaffnung, warben an die Proletarier für die nationalistischen Milize, sabotierten den Internationalismus und arbeiteten für die lokale Reorganisation des Staates, indem sie Wahlen organisierten. Ein weiteres Mittel, um uns zu niederwerfen, war zweifellos die völlige Nachrichtensperre der internationalen Medien über die soziale Lage im Irak.

Wir haben schon in unseren verschiedenen Zentralorganen die Beschreibung dieses aufrührerischen Prozesses entwickelt. Weitere Informationen sind in den zwei nebenstehenden Rahmen zu finden.

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Der aufrührerische Prozeß im Irak begann sich zwischen dem 26. und 28. Februar 1991 zu konkretisieren, mit tausenden bewaffneten Deserteure, die durch die Straßen in Bassorah und den benachbarten Dörfern spazierengingen und damit, daß die zentralen Staatsapparate die Kontrolle über die Situation verloren. Am 4. März gibt es in derselben Stadt einen Qualitätsprung in diesem Prozeß, als Panzerkolonnen im Rückzug von Kuweit gegen Regimesymbole schießen. Der Aufstand verallgemeinerte sich dann in dieser Stadt. Am selben Tag gibt es in mehreren Arbeiterviertel Bagdads Kämpfe. Zur selben Zeit werden diese Viertel von den Alliierten bombardiert. Am 4., 5. und 6. März verallgemeinert sich der Aufstand in folgenden Städte: Nasivya, Aamara, Najaf, Karbala, Hila, Koot... Der Aufstand in Rania bildete am 5. März den Verallgemeinerungspunkt des Aufstandes in anderen irakischen Gegenden. Am 7. März zerstört das bewaffnete Proletariat eines der wichtigsten Bastione des Regimes in Soulaymania. Am 8. März entwickelt sich der Aufstand in Kadar, am 9. in Koya, am 10. in Shatlana. Am 11. März empörte sich das Proletariat in Arbil, und am Morgen ist die ganze Gegend in den Händen der Proletarier. Die letzten Baath-Widerstanskämpfer sind am 13. März in Akra, dem 14. in Duwok und am 15. März in Zakho gefallen. Am 16. und 17. März nahmen sich große Kolonnen von Kämpfer aus allen Städten, in denen das Proletariat gesiegt hatte, vor, die Stadt Kirkouk zu befreien; aber die Luftwaffe der Baath-Kräfte machte diese Aufgabe sehr schwer. Der Aufstand forderte hier Tausende von Toten. Trotz dieses Gemetzels wurden noch weitere größe Schlachten geliefert und volle Kasernen vom Aufstand in Beschlag genommen, z.B. das Kommando der militärischen Gegend für ganz Kurdistan, neben Soulaymania. Schließlich erhob sich der Aufstand zwischen dem 19. und 21. März in Kirkouk, doch diese Stadt fiel mehrere Tage später wieder in die Hände Baathsisten.

In ganzer Gemeinschaft mit dem Kampf, den unsere Klasse in diesem Weltteil führt, und im Rahmen des internationalen kommunistischen Willens, die Isolierung, in der wir im Irak kämpfen, zu brechen, haben wir 1993 an die Veröffentlichung und an die Verteilung ein internationales Plakat zum Anlaß des Geburtstages dieses Aufstandes verteilt.

Dieses Plakat, das mit "Internationale Proletarier" unterzeichnet ist und von ihnen verbreitet wurde, sagt aus, daß Nationalismus, Patriotismus, Pazifismus, Parlamentarismus und der heute besonders von der UNO praktizierte internationale "Humanitärismus" nichts anderes sind als die weltweite Waffenunterdrückung des Proletariats.

Das Plakat wurde in verschiedenen Sprachen (englisch, spanisch, französisch, kurdisch, deutsch...) durch Genossen verschiedener Länder der IKG und auch durch andere nahe Gruppen und verschiedene Kontakte realisiert. Das Plakat wurde, unter Mitarbeit von verschiedenen Kontakten und Proletariergruppe auf die Wände in mehrere Städte Englands, Frankreichs, Deutschlands, Spaniens und im Irak... plakatiert. In diesem Augenblick, da wir die Arbeit an dieser Zeitschrift abschließen, warten wir auf Informationen, was in anderen Orten realisiert wurde. Am Rande dieser Initiative wurde so eine Aktion in Quebec realisiert. Bei dieser Aktion bestanden die Genossen darauf, daß ihre eigene Unterschrift erscheinen solle und entwickelten eigene Instruktionen, was leider so ihren Partikularismus ausdrückt, anstatt daß sie den gemeinsamen Inhalt der kommunistischen internationalistischen Aktion, die aus unseren homogenen Interessen erwächst, betonen. Wir erklären ferner, daß es heute lebensnotwendig ist, gegen den Strom aller Partikularismus, die uns vom Kapital aufgezwungen wird, um das Proletariat zu teilen, uns als eine Kampfgemeinschaft mit denselben Interessen und Zielen, sondern als Gruppenzusatz nicht, zu behaupten.

Wir möchten bei Gelegenheit dieser Aktion, auf die tiefe Bedeutung, die die Gegenwart und die Wirkung der Koalition der internationalen und bürgerlichen Kräften heute im Irak enthalt, schnell dringen: trotz ihre verschiedene Interessen, wenn es handelt sich um die bürgerliche viel erschütterte Ordnung zu verteidigen, sind sie fähig zu eine exemplare Wirkungseinheit. Wir möchten auch es betonen, daß angesichts dieses, angesichts des Kapitals, ist unsere Bestätigung unser eigener Kampfraum, der Internationalismus, keine Wahl unter anderen, noch kein Adjektiv an eine lokale Aktion nebengestellt, aber eine Lebes- oder Todesfrage für unsere Bewegung.

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Nur in der Bestätigung des proletarischen Kampfes und in der internationalistischen Aktion kann die Welt verstanden werden, sein tiefe sozialer Widerspruch und die unvermeidliche Natur der Zerstörung des Kapitals. Außer dieses Kampfes, außer der internationalen direkten Aktion, sprechen über Internationalismus nur Hirngespinst ist; die wörtliche Behauptung der internationalen Natur des Kapitals ist nur ein sinn- und inhaltslos Satz, wenn nimmt sie Gestalt in der gemeinen internationalen konsequenten Aktion nicht an, zielend uns wie einzige weltweite Kraft zu organisieren auf: die weltweite kommunistische Partei.

Das ist in diesen Rahmen, daß dringen wir oft auf dem weltweiten Wesen, das das Proletariat ist: wir sind eine und einzige internationale Klasse und ist unser Feind überall derselber. Die ganze Kraft der Bourgeoisie besteht genau aus der Allgemeinheit der Kampflage des Proletariats zu verneinen (durch die verbundene Aktion aller Medien der Welt) unterbringend jeden Aufstand in, was kann sie etwas Besonderes enthalten.

Aber die Negation der weltweiten Natur des Proletariats ist nicht nur "theoretisch", nimmt sie konkrete Formen mit Kraft an und strukturiert sie in materieller Hinsicht in der Weise deren zwingt auf die Bourgeoisie selbst den Grund der ihr am besten paßt um den Proletariat zu zerstören, d.h. wenn es ihn gelingt nicht einmal am Proletariat, daß es nur eine Klasse bildet, "vergessen" zu lassen, auch aber und vor allem, wenn, der gezwungene Kampfgrund der ihr am besten bedient, gelingt ihn den Rahmen des Krieges, daß sie uns liefert zu diktieren: die vereinigte internationalerweise Kraft in seinem Lager gegen die isolierte Aktion unserer Klasse, an dem oder jenem Gebiet abgegrenzt.

Um diesen Grund, seinen Grund aufzuzwingen zu erreichen, um die Proletarier Land für Land zu isolieren zum Ziel zu kommen, verfährt die Bourgeoisie auf verschiedene Arten: Unterdrückung aller direkten Bindung zwischen Proletarier verschiedener Ländern, Fälschungfeldzug zielend die Kämpfe auf ein Minimum beschränken oder beschmutzen um das Proletariat örtlich zu isolieren, Blockade, weißer Terror... Die bürgerliche Politik für das Proletariat, typische sozial-demokratische Politik, nimmt Gestalt an mehr besonders auf diese Frage durch die Umrahmung des Proletariats jedes Landes in dem Sinne einer Veränderung der "internationalen" Aktion von diesem in eine Vollmacht-, Vermittlung-, Petition-, "Solidarität-" durch Schecke und Telegramme Aktion. Die Sozialdemokratie hat immer zu seiner Verfügung "seinen Internationalismusvorschlag", um den Kampf des Proletariats an Ort und Stelle gegen "seinen eigenen" Staat zu verhindern.

Erklären uns in Hinsicht auf die Geschichte.

Die Kampfwelle 1917-1923 ist durch einer unerreichten Verallgemeinerung der revolutionären Entwicklung charakterisiert: von Europa bis Mittlere Osten, von Lateinamerika bis Indien, hat die revolutionäre Bewegung die nationalen Grenzen anrempelt und das ist auf diesem Grund, daß der Aufruf an der notwendigen internationalen Organisation des Proletariats überall erklingt. Die Kommunistische Internationale bildete zweifellos einen Antwortversuch zu der Wille der Bourgeoisie das Proletariat im Rußland zu isolieren. Diese Teilantwort nimmt Gestalt an unter anderen durch verschiedene Sabotagen und internationalistische Aktionen gegen die Armeen, um den Krieg gegen die Proletarier im Rußland fortzuführen sendete. Die Bildung der Kommunistischen Internationale und sein Manifest 1919 trägt zu der Intensivierung der aufrührerischen internationalen Bewegung (Deutschland, Ungarn, Bayern, Österreich, Portugal, Brasilien...), bei wo das Proletariat den revolutionären Krieg gegen "seinen eigenen Staat", gegen "seine eigene Bourgeoisie" übernahm. Trotzdem bildete die Kommunistische Internationale (abgesehen von der historischen Verantwortlichkeit der Bolschewiken) leider keinen wirklichen Bruch mit der sozialdemokratischen Vorstellung eines Bundes nationaler Parteien. Jede nationale kommunistische Partei (bis auf wenige Ausnahmen, wie mehrere Brüche von KAPD praktisch gemacht) blieb meistens durch die Zufälligkeiten der Gesichtspunkte diktierend die Kämpfe die "national" geschah entscheidet, Schwäche, die die Möglichkeit für die Bourgeoisie die Revolution zu bremsen und denn zu zerstören öffnete. Pack bei Pack, Nation pro Nation, könnten die internationalen Kräfte der Bourgeoisie den Krieg ihrer verbundenen Kräften zwingen. Die Kraft der Bourgeoisie lag so in seiner Möglichkeit den Grund, auf dem sie historisch die stärkste zu zwingen ist: der einen Kampf in den Rahmen einer Nation fortführte, wo das Kraftverhältnis zwischen einerseits dem lokalen Proletariat und andererseits den internationalen bürgerlichen Kräften errichtet. Und das ist gerade, wenn dem Proletariat Internationalismus an dem Tag lag, wenn unserer Klasse eine gemeine und internationale Antwort in dem sozialen Krieg zu strukturieren, gelang, daß die Bourgeoisie sich als die schwächste fühlte. So war es die Aktionen durch dessen unterstützte das internationale Proletariat den Oktoberaufstand 1917 im Rußland, brechend die bürgerlichen Informationsblockade, verlängernd den revolutionären Defätismus zu aller die Felde und stoppend den Krieg, übernehmend denn verschiedene Stände direkter Aktionen.

Andererseits muß man sich Rechenschaft ablegen in diesem Zusammenhang über die unermeßliche Schwierigkeiten, daß das empörte Proletariat in Mexiko oder in Rußland z.B. gehabt hat, um jenseits die Grenzen die Information was passierte mitzuteilen. In der ganzen Welt waren überall die proletarischen Aufstände in Mexiko (1910-1914) und in Rußland (1917-1921) wie einfache populäre anti-diktatorische Aufstände dargestellt. Für das hatte die Sozialdemokratie eine ganz fertige Theorie, die der rückständigen Länder, der Notwendigkeit in dieser Länder einer bürgerlichen Revolution oder/und einer "proletarischen" Revolution entwickelnd die bürgerliche demokratische Aufgabe. Diese Ideologie brachte nicht einmal Pseudo-Anarchisten und andere Sozialdemokraten anzukommen die proletarische Natur des Aufstands in Mexiko zu verneinen und daß die Sozialdemokratie die proletarische Natur des Aufstands in Rußland zu verstecken gelang, aber auch, daß Organisationen in Bruch mit der Zweiten und der Dritten Internationale, z.B. die KAI, in der tiefsten Verwirrung angesichts diese Frage ankommen.

Wenn wir was wir beschrieben haben bebildern und wenn wir alles im passenden die Einsätze des Kampfes verwenden, der heute im Irak geschah, sehen wir, daß das Interesse der Bourgeoisie jede Aktion unserer Klasse zu kämpfen ist, begrenzt sie an einziges Gebiet und setzt der die Gesamtheit seiner internationalen Kräften (kurdischen Nationalisten, Koalitionkräfte, UNO, humanitäre Organisationen, Priester...) gegen. Das bildet das Abc der politischen-militärischen Kraft der Reproduktion des Kapitals, das jeder Behauptung der Homogenität unserer Klasse destrukturieren zielt, angreifend jede unserer Ausdrücken, nützend was sie besonders ausdrücken kann. Wenn wir unsererseits so viele Schwierigkeiten erfahren wie einzelne verbundene Kraft einzuwirken, unsere Feinde, was ihnen betrifft, sind gleich fähig alle ihre Kräfte zu verbinden, um uns jedes Mal nützlich zu zerstören.

Alle unseren Aktionen -bestätigen uns wie Weltproletariat- muß gerade den Feierkreis mit dem Versuch die Bourgeoisie unseren Kampf im Irak zu isolieren, zu brechen zielen. Alle unseren Energien müssen die direkte Aktion, die in diesem Gebiet einführen durch die direkte Aktion in der übrigen Welt auf zu verlängern zielen. Wir müssen die Isolierung brechen, die bürgerliche Möglichkeit eine Minderheit unter uns zu isolieren brechen und, daß man uns in der Gleichgültichkeit unserer Klassenbrüder in der Welt unterdrücken verhindern.

Wir müssen dafür, und mehr denn je, unseren Kampf im Irak wie ein Moment des Streites des Weltproletariats bestätigen. Wir müssen uns zurückfordern, uns wie einzelner Körper, wie einzelne Klasse in den Lebenslagen, die uns international verhindert, verbindente und, mehr noch, in dem weltweiten Kampf, die wir um unsere Lage abzuschaffen einführen bestätigen.

Wir haben leider um uns herum selbst und mit Genossen, die sich mit unseren Grundlagen einverstanden erklären, gigantische Verständnislosigkeiten in dieser Hinsicht erlebt.

Wir haben uns im Blick auf den punktuellen Vorschlag ein Plakat gemeinsam zu realisieren, an Schwierigkeiten aller Art gestoßen.

Es gab Widerstände organisatorischer Art, charakteristische Widerstände der sektären Periode, die wir durchfahren, und die durch Verschweigungen, um die Ausführung und das Aufkleben des Plakats zu assumieren oder als falsch betrachten, daß wir es als Gruppe übernommen haben, in eigener Verantwortlichkeit das Plakat zu unterzeichnen.

Es gab auch Zweifel an den Informationen von unseren Genossen. Mehrere Kontakte forderten Beweise für unsere Behauptungen, andere verneinten schlicht und einfach die aufrührerische Natur der proletarischen Explosionen im Irak oder akzeptierten die Information nur, wenn die bürgerliche Presse teilweise sie bestätigte. Jenseits größe Prinzipaussagen findet man hier einen Ausdruck von der Staatsunterwerfung: die Informationen der bürgerlichen Medien werden eher akzeptiert als die von unserem militanten Netz mit den Schwierigkeiten darstellen.

Es gab auch Verständnislosigkeiten in Bezug auf die Aufgabe selbst, die als eine isolierte Aktion nahm. Es ist aber unmöglich die Sinne dieser internationalen Initiative zu verstehen ohne sie in den Rahmen einer von mehreren Aktionen in unserer Bestätigung der internationalistischen Aktion, in der Bestätigung unserer Kampfgemeinschaft und, mehr konkret, unserer Organisation der kommunistischen internationalen Aktion wiederzustellen.

Es gab noch andere Verständnislosigkeiten in Bezug auf die Aufgabe selbst, die zu oft auf eine "Solidaritätsaktion von hier mit dort" (fahrend an den Gesichtspunkt der anderen Gebieten als dieser von Mittlere Orient) zurückbrachte; oder umgekehrt als Aufruf "von hier (im Irak) nach dort (anderswo) Solidaritätserklärungen", während es sich in Wirklichkeit um eine Aktion des internationalen Proletariats "hier" und "dort" gegen unsere Feinde "hier" und "dort" handelt.

Und am Ende wurde als Unterprodukt aus der früheren Verständnislosigkeit heraus diese proletarische und kommunistische Aktion noch als Vermittlung verstanden, als einfacher Werbefeldzug für diese oder jene Proletariergruppe, und nicht mehr als eine Gegenangriff-Aktion, ins Gesicht der verabredeten Aktion der Weltbourgeoisie, die eine regionale Fraktion unserer Klasse um besser zum Ziel hat, um uns endgültig zu zerstören.

Im Allgemeinen haben wir uns über ein parlamentarisches und föderalistisches Konzept der proletarischen Einheit gestritten. Diese Kontakten drängten auf ihren Partikularismus, anstatt die Einheit der internationalen Aktion zu fördern, und die Notwendigkeit betonen, daß jede Gruppe oder jede Einzelne zu verschiedenen Parole oder Schritten um Rat zu fragen sei - ohne zu bedenken, daß dieses Konzeept, nämlich das der Kongreß- und Konferenzideologie, d.h. Parlamentarismus, charakteristisch ist für die Sozialdemokratie, daß dies sich praktisch der Kampfgemeinschaft entgegenstellt, daß die Kampfgemeinschaft, wenn sie diese Kriterien akzeptieren würde, mit tausend lähmenden Vermittlungen in ein Parlament verwandelt würde (1).

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Die Wähle für ein nationales kurdisches Parlament stellten einen entscheidenden Moment der Aktion der Weltbourgeoisie gegen unsere Klasse dar. In diesem Moment fehlte keinerlei Zuflucht zur Provokation und zur Fälschung von unserer Feinde. Die Medien in Kurdistan und im übrigen Irak haben alles gemacht um nach die Proletarier die Verwirrung zwischen den kommunistischen und internationalistischen Grundlagen und den nationalistischen Grundlagen zu entwickeln. Der höchste Punkt dieses Feldzuges war sicher (und mehrere Mal pro Tag) von den verschiedenen nationalistischen Rundfünke gemacht, die Ankündigung eines Aufrufes für die Wahlteilnahme, daß unsere Organisation, die Internationalistische Kommunistische Gruppe, in Kurdistan machen würde, und das trotz war unsere Aktion in der Gegend vom Anfang gegen alle die Nationalisten und gegen alle die Regierungen eingeführt. Nochmal dringen wir hier darauf sind die Grundlagen selbst die Bildung unserer Organisation unveränderlich gegen die Demokratie und gegen die Nation, und daß jede Person oder Gruppe, die unsere Gruppe würde in den Rahmen irgendwelches Wahlprozess oder/und nationaler Wiederherstellung zitieren, wirkt direkt gegen unsere programmatischen Grundlagen. In dem besten Fall handelt es sich um einen Irrtum oder eine Verfälschung unserer Positionen; meistens handelt es sich nur um eine Provokation durch den Innen- oder den Landesverteidigungministerium getan.

Als internationalistische kommunistische Gruppe waren und sind wir immer mit den folgenden Lagen konfrontiert:

Einerseits behaupten unsere Genossen im Irak, ihre Kraft sei unsere Kraft und es sei gerade unsere internationale Kraft, die heute die Alliierten den Konterrevolution daran hindert, den örtlichen Wiederaufbau des Staates in eine öffentliche Offensive umzuwandeln. Noch konkreter sagen sie uns, was unsere direkte Feinde (die Nationalisten aller Richtungen in Kurdistan) davon abhält, auf systematische Angriffe gegen unsere Genossen überzugehen, sei mit der Tätigkeit verbunden, die die IKG und andere internationalistische Gruppe in Europa und auf anderen Kontinenten ausüben, weil dies die Nationalisten verwundbar macht.

Zugleich antworten uns andererseits nahe Genossen aus Europa und aus Länder Amerikas, wo wir direkt zu handeln versuchen, daß sie die Notwendigkeit einer solchen Vorgehensweise nicht einsehen, daß sie unseren Auskünften mißtrauen, daß sie einverstanden seien, aber anders unterschreiben möchten, daß sie mit dieser oder jener Parole einverstanden seien, daß ihnen aber jene andere Probleme bereite, daß solche Vorgehensweise reine Propaganda und für die aktuellen Verhältnisse nicht vonöten sei, weil heute das Proletariat "von hier" nicht daran interessiert sei, was "weit von hier" gescheht, usw.

Kurz: im selben Moment, wo unsere Genossen uns drängen, den Druck, den wir auf die Nationalisten ausüben, weiter fortzusetzen, sehen wir uns tausenden von sektiererischen, gegen die Organisation ausgerichteten Ausflüchten gegenüber, die unfreiwillig die Interessen unserer Feinde dienen: die Sektoren der Avantgarde des Weltproletariats zu isolieren und unsere Genossen zu unterdrücken.

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Angesicht dessen hat die Internationalistische Kommunistische Gruppe im Zusammenhang mit den verschiedenen Aufrufen, die wir geschickt haben, eine Reihe von Anstrengungen unternommen, als vorzüglich bezeichnet, um unsere Tätigkeit in der irakischen Gegend in Verbindung mit der Tätigkeit, die wir sonst anderswo entwickeln, zu strukturieren und zu zentralisieren.

Mit unseren sehr schwachen Mitteln haben wir um eine bessere Zentralisation der verschiedenen Strukturen in der Gegend zu behaupten gekämpft. Angesichts der totalen Kommunikationsblockade, die uns im Irak aufgezwungen ist (die internationale Post funktioniert nicht, das Telefon auch nicht), haben wir größe Anstrengungen unternommen, um andere innere und internationale Kommunikationsmöglichkeiten zu finden.

Anderseits haben wir uns entschlossen, die Entwicklung unserer zentralen Zeitschrift in arabisch und die Veröffentlichung unserer programmatischen Orientierungsthesen in derselben Sprache die Veröffentlichung einer neuen zentralen Zeitschrift der Gruppe, die demnächst in kurdischer Sprache (2) erscheinen soll, hinzuzufügen, (wobei wir der unermeßlichen internationalen Wichtigkeit der Ereignisse in dieser Region und dem außerordentlichen Interesse des Proletariats dieser Region für unsere politischen Stellungen beimessen). Sofern es möglich ist, werden wir auch in den Zusammenarbeit mit anderen proletarischen Gruppen ein lokales Blatt mit dem Titel "Der Internationalistische Proletarier" herausgeben, um die direkte Aktion der Aufwiegelung und Propaganda in dieser irakischen Region einen größeren Rahmen zu geben.

In diesem Zusammenhang muß man den Kampf der Militanten in verschiedenen Länder in Form von Druck und Anschlag des unten dargestellten Plakats verstehen. Bei dieser Handlung ging es nicht darum, "sich mit den Proletarier im Irak zu solidarisieren", sondern um das gemeinsame Handeln in demselben Kampf, aus demselben Interesse, in einer Gemeinschaft die selbe Kraft auszudrücken, damit die Bourgeoisie uns nicht Pack bei Pack unterdrücken kann.

Es scheint uns wichtig die falsche Solidarität als spektakuläre Vermittlung zwischen den fiktiverweise verbindeten Proletarier der anderen Länder einerseits und der tatkräftigen Solidarität, hervorgehend aus dem gemeinsamen Kampf andererseits zu unterscheiden.

Plakate oder Flugblätter, die "hier" zu Solidarität und Mitleid mit "dort" aufrufen, Spenden oder Unterschriften sammeln, Briefe an Folterknechte schreiben oder die Parlamentsabgeordneten zur Hilfe aufzufordern, stört zwar nicht die Bourgeoisie, unterstützt aber hauptsächlich die Politik der Sozialdemokratie, die es darauf abgesehen hat, die proletarischen Bedürfnisse zu kanalisieren. Dasselbe gilt auch für die Befreiung eingesperrter Genossen, für die Denunziation der Unterdrückung in einer Gegend und für die Notwendigkeit, den Kampf unserer Genossen bekannt zu machen. Das ist hauptsächlich die bürgerliche Politik für das Proletariat, wie sie die Notwendigkeit nach direkter Aktion gegen das Kapital in ein Kollaborationsunternehmen mit der lokalen Bourgeoisie umgestaltet. Im extremen Gegensatz dazu stehen die direkte Aktion des Proletariats, der Kommunismus gegen das Kapital. Zu dieser Handlung gehört das Verbreiten von Flugblättern oder Plakaten, wenn dies weltweit geschieht, Inhalt und Form entschprechend ist und im Zusammenhang mit der Tatsache steht, daß das Proletariat nur auf eine Art und Weise solidarisch mit seinen Brüderklasse sein kann: in der direkten Aktion gegen seine eigene Bourgeoisie. Anstatt um Mittel oder Bewunderung für die Aktionen anderswo aufzurufen, hat die kommunistische Propaganda- und Agitationaktion die Ermöglichung der Verallgemeinerung des Kampfes zum Ziel und zeigt, daß hier und jetzt die Widersprüche wesentlich dieselben sind, und wenn die Proletarier aufständisch anderswo tätig sind, geschieht das nicht aus lokalen Besonderheiten, sondern aufgrund allgemeinen Ursachen, die "uns" alle direkt betreffen, was bedeutet, daß "wir" auch auf gleiche Weise tätig sein müssen und können. Unser Plakat macht anschaulich, daß die Aktion des Proletariats im Irak den einzigen möglichen Weg aufzeigt, um für immer die Kriege abzuschaffen.

Für uns Kommunisten aus dem Irak, Iran, England, Spanien, Deutschland, Frankreich, Nord- und Südamerika oder noch anderswo, ist der Plakatanschlag so wie wir es erdacht und realisiert haben, vielmehr als nur ein Plakatanschlag. Es ist den pünktliche und bescheidene Ausdruck der weltweiten Kraft, die das Proletariat strukturieren will, daß in ihre Anstrengung, um sich nationalistisch und linguistisch zerstreut nicht vorzustellen, in sein -noch sehr schwach- Versuch, am selben Zeitpunkt in verschiedenen Sprachen und Orten der Welt zu wirken, zwingt den sozialen Gegner in eine weniger sichere Position als die, in der er zu kämpfen gewöhnt ist. Nichts Besseres also für die nationalistischen, humanistischen und kirchlichen Organisationen, als sich um "jedes Proletariat" in Bezug auf "seine" eigene kleine nationale Fahne zu kümmern (so versteht es die Bourgeoisie!).

Je mehr die Bourgeoisie gezwungen ist, im Flugsand der direkten internationalen Aktion des Proletariats zu kämpfen, desto mehr die Zerschmetterung unseres Kampfes im Irak verhindern wird und erfolgreicher bereiten wir die Kämpfe von morgen vor.

Es gilt also nicht platonisch zu universaler Unterstützung aufzurufen; es gilt mit Hilfe aller Sektoren der Vorhut des Proletariats und den Streiter aller Breiten dieser Welt politisch den Konterangriff gegen die internationale Bourgeoisie und gegen ihre Versuche, durch Humanismus und Nationalismus einige unserer besten Genossen zu erledigen. Es gilt vor allem die Einsamkeit und Vergessenheit, die man einem der wichtigsten Versuche unserer Klasse heute in der Welt, sich selbst zu behaupten, aufzuzwingen versucht, zu zerbrechen.

Wiederholen wir nochmal: heute verbindet sich der Vorhandene Defätismus mit dem historischen Programm der Sozialdemokratie, um ein solches verfahren zu leugnen. Der Schlüssel der sozialdemokratischen Politik stützt sich auf die Wirklichkeit eines schwachen Bewußtseinstandes, was die Existenz unserer Klasse als weltweite Klasse anbelangt, und dies, um die Möglichkeit aufrechtzuerhalten, jene direkte Aktion zu vernichten und das Proletariat zu zerteilen, indem über "die objektiv verschieden Lagen in jedem Land" gefolgert und die Unmöglichkeit einer Aktion "hier und jetzt" rechtfertigt wird. Es gilt das Proletariat zum Schweigen zu bringen, indem ihm die bürgerlichen Vermittlungen (in Wirklichkeit: die Untätigkeit) aufgezwungen werden und ihm erklärt wird, was es "hier" tut, habe nichts Gemeinsames mit dem, was sich "dort" tut, und daß sich die einzige Sache, die zu tun sei, in den gemeinsamen Vermittlungen darböte, die die Gesellschaft dazu aufrufen, sich zu "solidarisieren": "ein Plakat hier entwickeln über die Lage dort", "ein Plakat hier entwickeln über die Leute hier", einen Protestzettel, eine Abordnung, ein wenig Geld schicken...

Die historische Opposition zwischen Parlamentarismus und direkte Aktion spielt sich auf dieser Ebene ab.

Das Lager des Parlamentarismus und der Demokratie hat zum Ziel, seine Handlung auf ein Maximum zu mediatisieren, die Zentren der Entscheidung und der Handlung zu trennen, die Theorie von der Praxis zu trennen, den Proletarier in jedem Land zu raten die "Solidaritätshandlungen" durch Prokura zu organisieren...

Das Lager der direkten Aktion und des Kommunismus versucht, die direkte Aktion gegen seinen Feind gewaltsam zu praktizieren, hier nicht im Sinne einer unmittelbaren Gewalt (was das internationale Plakat, dem wir reden, anbelangt), sondern im Sinne der Behauptung unseres Kampfes auf unserem eigenen Feld, der direkten internationalen Gegeneinandersetzung, der Behauptung -unerträglich für die Bourgeoisie- von unserer Kampfgemeinschaft, von unserem gemeinsamen Wesen.

Wenn die Proletarier von etwa zehn Länder gemeinschaftlich handeln (trotz der heutigen Grenzen) und sie eine Aktion planen, die sie gemeinsam (und wenn möglich zum selben Zeitpunkt) gegen denselben Feind durchführen, im Angesicht derselben Gleichwertigkeit, desselben Interessen und derselben Ziele... führen sie einen gewaltigen Konterangriff gegen die Bourgeoisie.

Wir sind uns der tragischen heutigen Unterschiede bewußt, zwischen den Herausforderungen, denen unsere Klasse überall in der Welt ausgesetzt ist, und den Schwierigkeiten, auf diese Angriffe zu reagieren. In diesem Sinne wissen wir wohl, daß unsere gemeinsame Handlung sowie alle anderen gemeinsamen unternommenen Initiativen, unseren Kampf im Irak zu zentralisieren, nur ein kleiner Teil gegenüber die Ungeheuerlichkeit von Aufgaben, die noch zu erfüllen sind. Es ist klar, daß mehr getan werden muß als diese Initiativen gegen den Strom, um dieses totbringende System, uns erwürgt zu vernichten.

Trotzdem und im Rahmen tragischer fehlender internationaler Zentralisationstrukturen des Proletariats ist es uns wichtig erschienen, die Tatsache hervorzuheben, daß manche Genossen, die aus verschiedenen Gegenden stammen und an verschiedenen Orten der Welt leben, heute die Initiative ergriffen haben, gegen den Strom des Antiorganisationalismus und des herrschenden Sektarismus zu zentralisieren, und so, indem sie wie ein einziger Körper gewirkt haben, für einen Moment das notwendige immer vergrößernde Bündnis des Proletariats in Hinsicht auf die endgültige Abschaffung dieser Todeswelt erlebt haben.

Heute brauchen wir mehr als je zuvor gerade die Gemeinschaft der praktischen Übernahme internationaler direkter Aktion, deren Verbindungen in der gemeinsamen Aktion einen Moment bilden. Die ersten Anlagen einer internationalen kommunistischen Organisation des Proletariats werden aus eben diesen Verbindungen, die dem wachsenden Sektarismus und Individualismus wiedersprechen, entstehen: eine Organisation, die imstande sein wird, für immer die unmenschliche Barbarei, der wir unterworfen sind, zu vernichten.

Vive la révolution sociale mondiale!

Long live to worldwide social revolution!

Es lebe die soziale Weltrevolution!

Por la revolución social mundial!

Fußnote

1. Wir müssen hier einen alten Vorwurf, den die Kommunistischen Initiativen uns immer wieder machen, beantworten. Was wir hier erklären, heißt nicht, daß wir die Diskussionennotwendigkeit innerhalb der proletarischen Kampfgemeinschaft leugnen. Natürlich müssen wir tausend internationale Diskussionen anregen und eine Zentralisierung dieser Diskussionsinstanzen entwickeln. Aber lähmt das die internationale Aktion, besonders in einer Periode, in der es noch keine dauerhafte Zentralisierungsstruktur der Aktion und der Diskussion des internationalen Proletariats gibt, unter dem Vorwand, daß jede Teilnehmer an dieser Aktion mit jedem Ausdruck einverstanden sei, oder daß jeder bei jedem Schritt der Bewegung um Rat gefragt werden müsse, was bedeutet, alle Aktionmöglichkeiten zunichte zu machen. "Ein Schritt vorwärts von unserer Bewegung ist wichtiger als ein Dutzend Programme" sagte einst ein sehr alter Genosse. Marx und Engels haben übrigens auch nicht die Zustimmung all ihrer Kontaktgruppen und Genossen abgewartet, um in direkte Aktion zu treten, um die internationale Bewegung in Schwung zu setzen, sondern sind sofort aktiv geworden, indem sie 1847 das "Manifest der kommunistischen Partei" geschrieben und veröffentlicht haben.

2. Diese ist 1997 schon veröffentlicht.



Plakat
 
Der proletarische Aufstand vom 7. März 1991 im Irak, gegen den Krieg und alle kapitalistischen Kräfte, zeigt dem Proletariat der ganzen Welt den einzigen Weg, um den Krieg für immer abzuschaffen.

Auf der anderen Seite der Barrikade, wie immer, sind weltweit alle Kräfte am Wirken, wie einzelne Korps, um unsere Klassenautonomie zu zerstören.

Heute, am 7. März 1993, mobilisieren alle Nationalisten, Demokraten, Pazifisten und humanitäre Organisationen weiterhin, um uns im Irak, in Jugoslawien, Somalia, El Salvador... unterzudrücken.

Internationale Hilfe = Entwaffnung und Verfolgung des Proletariats!

Kurdische Nationalisten = Baath-Partei = UNO!

"Patriot" ist nur ein anderes Wort für "Mörder"!

Gegen das kurdische Parlament - gegen das Kapital und alle seiner Staaten!

Für die soziale Weltrevolution!



Nach einer Synthese unserer Grundsätze

* * *

Wir veröffentlichen hier einen ersten Versuch einer Synthese unserer Grundsätze. Wir warnen aber ausdrücklich den Leser vor der Gefahr diesen Text wie eine "neue Bibel" oder eine ewige und formelle Referenz zu benutzen. Was uns betrifft, betrachten wir diesen Text wie eine Photographie der von unserer Gruppe erworbenen Erfahrungen aber wir wissen auch, daß wir andere ergänzende Materialen von sehr verschiedenen Abstraktions- und Verwirklichungsniveau veröffentlichen werden.

Die Internationalistische Kommunistische Gruppe (IKG) zieht ihre Grundsätze aus den historischen Lebenserfahrungen der Arbeiterbewegung:

Aus diesen wesentlichen programmatischen Gesichtspunkten, die durch die gezogenen Lehren der revolutionären und konterrevolutionären Welle bestätigt wurden, läßt sich eine Reihe von historischen Lehren ableiten, die so gut für gestern, wie für heute und morgen gültig sind!

Darum arbeitet sie heute für :

Nieder mit der Arbeit!

Diktatur des Proletariats für die Abschaffung der Lohnarbeit!

Es lebe der Kommunismus!



Die Arbeiter haben kein Vaterland, man kann ihnen was sie nicht besitzen, nicht wegnehmen. Alle Verteidigung der Nation, egal welcher Scheingrund gegeben wird, ist ein Angriff auf die weltweite Arbeiterklasse. Unter der Herrschaft der Bourgeoisie sind alle Kriegen imperialistische Kriegen die zwei oder mehrere Fraktionen oder Interessengruppen des weltweiten Kapitals gegen einander stellen. Das Proletariat führt und fordert nur einen Krieg, den sozialen Krieg gegen die ganze Bourgeoisie. Abgesehen von den unmittelbaren Absichten der Protagonisten, haben die Kriegen als Hauptfunktion das Kapital zu bekräftigen und die subversive Klasse dieser Gesellschaft objektiverweise und subjektiverweise zu zerstören. In diesem Sinne, mehr als "einfache" Kriegen zwischen nationalen Staaten, zwischen "Vaterlandsbefreiern" und "Imperialisten" oder interimperialistischen Kriegen... sind sie in ihrem Wesen Kriege des Kapitals gegen den Kommunismus.

All diesen interbürgerlichen Antagonismen gegenüber, zwischen "Progressisten" und "Reaktionären", "Faschisten" und "Antifaschisten", "Linke" und "Rechte"... die ihre logische Fortsetzung im imperialistischen Krieg finden, hat das Proletariat nur eine einzige Antwort zur Verfügung: der unversönhliche Kampf gegen alle Aufopferungen (gegen allen Waffenstillstand und nationales Solidarität), der revolutionäre Defätismus, die Umwendung der Waffen gegen seine eigenen Ausbeuter, gegen seine direkten Unterdrücker. Das Ziel des Proletariats ist den kapitalistischen Krieg in einen revolutionären Krieg des weltweiten Proletariats gegen die welweite Bourgeoisie umzuwandeln, um die internationale Zentralisation dieser Kampfgemeinschaft gegen das Kapital hervorzubringen.

"Programmatische Orientierungsthesen", These 26.