Vorwort

Hier ist KOMMUNISMUS Nr. 1, das deutschsprachige Zentralorgan der IKG (Internationalistische Kommunistische Gruppe). Diese Nummer stellt nicht die erste Schrift einer neuen Gruppe dar. Die IKG besteht seit 1979 und verfügt bereits über ein Zentralorgan auf französisch (schon 41 Nummern), auf spanisch (35 Nummern), auf englisch (8 Nummern), auf arabisch (5 Nummern), auf portugiesisch (2 Nummern) und auf ungarisch (2 Nummern).

1989 haben wir bereits unsere "Programmatische Orientierungsthesen" auf spanisch, französisch und auf arabisch (leider noch nicht auf deutsch!) veröffentlicht. Diese Thesen sind das Ergebnis von zehn Jahren militanter Praxis der IKG und gehören zu ihrer internationalen und dauerhaften Arbeit der Diskussion, Gegenüberstellung, Kritik und programmatischer Ausarbeitung, die von den revolutionären Militanten historisch hervorgebracht wurden. Unsere Generation von Militanten ist die Erbin der vergangenen Auseinandersetzungen und des Legats der Revolutionäre, die aus diesen Auseinandersetzungen die kommunistische Führung der Bewegung befreit und hervorgebracht haben. Das Wesen der stärksten Momente des Bruchs mit der kapitalistischen Gesellschaft zurücknehmend und die Bilanz der ununterbrochenen Niederlagen des Kampfes aufstellend, wurde so die Thesen der Kommunisten die ganze Geschichte der Arbeiterbewegung schon lange bestätigt und festgelegt. Unsere "Programmatischen Orientierungsthesen" stellen sich in diese kollektive, historische und unveränderliche Strömung, sie drücken die kommunistische Praxis des Bruchs mit der ganzen kapitalistischen Gesellschaft theoretisch aus und versuchen heute die hauptsächlichen programmatischen losgelösten Erfahrungen der ganzen Kampfgeschichte zu umfassen. Als theoretischer Ausdruck der wirklichen Bewegung der Abschaffung der festgefügten Ordnung sind diese Thesen natürlich unvollständig und unbeendete und es wird so bis zum Sieg der kommunistischen Revolution bleiben, sie wird die allerletzten der grundlegenden Bedingungen des Kampfes aufklären. Die Stellungen der Kommunisten, dessen unsere Thesen ein Syntheseversuch sind, sind kein "Gebot", kein Ideenkonglomerat, die sich dem freien Willen unterwerfen und mit dem Wille von diesem oder jenem zu ändern wären. Wir errichten unsere Thesen nicht wie einen heiligen Text, die keine ideologischen Nachtarbeitsergebnisse sind. Diese Thesen sind der Ausdruck eines Moments der Arbeit der unerläßlichen programmatischen Wiederaneignung in der Praxis des Proletariats im Kampf um eine revolutionäre Führung sich zu dotieren und um sich in eine weltweite historische Kraft zu verwandeln.

Am Anfang der Geschichte unserer Gruppe gibt es die proletarische Zentralisierung einer aus verschiedenen Erdteilen, verschiedenen sprechenden sprachen Handvoll Militanten, die von heterogenen Erfahrungen des Kampfes, vom bitteren Nachdenken über die Niederlage dieser Kämpfe, von proletarischen Brüchen (zum Bruch mit der organisierten Exil, zum Bruch mit dem demokratisch- pazifistischen und antiterroristischen Wiederabsorption) ihre Konvergenzen organisiert haben und eine Gesamtheit programmatischeren entscheidenden Sicherungen, z.B. über die Demokratie, eingelöst haben. Durch die Kritik der demokratischen Bürgerrechte und Freiheiten, durch die Kritik der Gesetzlichkeit, der Wahlideologie, des Föderalismus, der Faschismus/Antifaschismus Polarisation... wird unsere Kritik immer eine umfassende sein, um über die Kritik der Demokratie, als Lebensart der verallgemeinerten Handelsgesellschaft, als Wesen des Kapitals, ihre Klassenherrschaft hervorzubringen.

Unsere kleine Gruppe hat keine nationale Wirklichkeit, sie ist an kein Land gebunden und bezieht sich nicht auf die Geschichte eines Landes. Sie hat vorher keine Tat in einem bestimmten Land, die Zentralisierung dieser Tat und nachher die Notwendigkeit diesen Rahmen zu übertreffen und bei dem internationalen Abschnitt anzukommen.

Wenn trotz internationalistische Stellungen die militante Aktivität von Referenzen umrahmt wird wie ein einzelnes Land, ist also die internationale Aktivität wie eine einzige nationale Organisation verbunden, wie eine nationale Gruppenbindung gedacht. Dieser Begriff führt unvermeidlich zur Annahme eines sozialdemokratischen Stellungskorps, das revolutionäre Wesen des proletarischen Kampfes verneinend und wird nur zum Unterhändler des Preises der Arbeitskraft, um notwendigerweise die Interessen des Kapitals zu schonen und auch die Klasse die ihn verkörpert, die Bourgeoisie.

In unsere Gruppe, haben die internationalen Phänomene und die Versicherung des Internationalismus das nationale Phänomen subsumiert. Wir haben uns direkt auf die internationale Weise organisiert; wir haben uns erst gar nicht als "nationale Partei" gebildet, um uns dann schließlich einer "internationalen Partei" zu öffnen. Wir haben uns direkt ein Zentralorgan dotiert, in verschiedenen Sprachen natürlich übersetzt, das immer die allgemeinen Interessen der Bewegung anpackt, das von der Ungleichheit der Lage der Ausbeutung des Proletariats herkommt, um was allgemein in dieser Lage ist, die weltweite Realität des Kapitals und also des Proletariats und also die Lage der Verwirklichung des Kommunismus herauszustellen.

Dem weltweiten Kapital stellt sich der weltweite Kommunismus entgegen. Wir wissen aber, daß wird die Revolution nicht überall zur selben Zeit entwickeln. Das bedeutet trotzdem keine nationale Umrahmung des Kampfes. Es gibt überhaupt keine nationale Autonomie der revolutionären Kräfte die man nachher zentralisieren müßte! Alle nationalen Schranken sind immer Hindernisse für die Bewegung der Zerstörung des weltweiten Kapitals. Die kommunistische Revolution ist wesentlich internationalistisch und ihr Sieg führt notwendig über ihre weltweite Zentralisierung. Die Kommunisten, die die kommunistische Führung der Bewegung ausdrücken und sie zu organisieren versuchen müssen also direkt internationalerweise sich organisieren.

In diesem Augenblick versuchen wir also direkt auf internationaler Weise eine Zentralisierung von all jenen Ausdrücken der kommunistischen Bewegung zu übernehmen und wir rufen also all jene kommunistischen Militanten und Gruppen auf sofort ihre Aktivitäten von einem direkten weltweiten Gesichtspunkt aus anzugeben. Die Zentralisierung der kommunistischen Kräfte ist eine unaufhörliche Notwendigkeit, in der Zeit des gesellschaftlichen Friedens wie in den strenken Kampfperioden. Bereiten wir die Zukunft vor, Genossen!

Diese Veröffentlichung in deutscher Sprache unseres Zentralorgans ist ein Schritt in diese Richtung. Der Internationalismus führt auch durch den Streit gegen die sprachwissenschaftliche Grenzen, die die Atomisierung der Proletarier, jeder in seinem nationalen Zuchthaus, verstärkten.

Es ist für uns jedoch auch aus anderen Gründen wichtig diese deutschsprachige Zeitschrift herauszugeben:

Unsere Anstrengung eine deutschsprachige Zeitung zu veröffentlichen, vereinigt sich mit der unaufhörlichen Anstrengung der Kommunisten, für die Presse ein unerläßliches Werkzeug für revolutionäre Propaganda, kollektive Organisation, programmatische Vertiefung, Agitation, usw. ist.

Kommunistische Militante: dies ist Eure Zeitung! Unsere Texte sind niemands Eigentum, sie sind Eigentum einer Klasse, die für die Abschaffung ihrer eigenen ausgebeuteten Situation, und dadurch für die Zerstörung der Klassen und der Ausbeutung überhaupt, lebt und kämpft. Wir rufen unsere Leser auf, militant zu lesen. Das bedeutet vor allem, an der Diskussion, der Kritik und dem Vergleich der Positionen teilzunehmen. Es bedeutet, das Wesen der proletarischen Bewegung, das Ziel der Klasse und die damit übereinstimmenden Methoden des Kampfes immer klarer freizulegen. Die Aufgabe ist unter anderem, diese Zeitung zu verbreiten, sie zu reproduzieren... Schickt uns Eure Kritik, Eure Vorschläge, Infos über die Kämpfe der Arbeiter, Eure Analysen, andere Zeitungen usw.!

Entschuldigt den teilweise stockenden und unperfekten Stil unserer Texte: Die Übersetzungen wurden durch Genossen, bei denen deutsch nicht ihre Muttersprache ist, gemacht. (Diese Ausgabe der Zeitung wurde schon unter Mithilfe von deutschsprachigen Genossen hergestellt.) Unrichtige Formulierungen sollten nicht zum Polemisieren verleiten, sondern im Gegenteil zur gegenseitigen Klarmachung des kommunistischen Programms ermutigen.

Unsere gegenwärtige Schwäche hindert uns, "Kommunismus" regelmäßig herauszugeben. Wir wenden uns also an die Leser, am Schreiben und übersetzen teilzunehmen.

Trotz aller Schranken hoffen wir, daß diese deutschsprachige Zeitung mithelfen wird, die allgemeine Isolierung und Schwäche der revolutionären Kräfte zu durchbrechen. Wir hoffen, daß die gemeinsame Praxis im Kampf gegen das Kapital die sprachlichen (und alle anderen) Grenzen niederreißt.

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Folgende drei Texte stellen wir im "Kommunismus" Nr. 1 vor:

OL.GE.1.1 Vorwort